Die Göppinger Orgelwoche im Spiegel der Presse ...

***Die 19. Orgelwoche im Jahre 2014***

Eröffnungskonzert in Birenbach

Sinnliche Klangfarben

Eröffnungskonzert der 19. Göppinger Orgelwoche in Birenbach
Trompete und Orgel standen im Fokus des Eröffnungskonzerts der 19. Orgelwoche, das erstmals in der Wallfahrtskirche in Birenbach stattfand.

JOHANNES GINDELE

Birenbach. Der Schwerpunkt des Programms beim Eröffnungskonzert in der Wallfahrtskirche in Birenbach lag auf Werken des Barock. In Bearbeitungen für Trompete und Orgel erklangen das Concerto B-Dur von Georg Philipp Telemann sowie die Sonata V von Tomaso Albinoni. Ergänzt wurde das abwechslungsreiche Programm durch stiltypische Orgelbeiträge wie dem berühmten Präludium und Fuge in f-moll von Johann Sebastian Bach. Die Interpreten des Abends Bernard Sanders (Orgel) und Martin Weidner (Trompete) musizieren seit 1994 zusammen. Dass sie ein eingespieltes Duo sind, stellten sie an diesem Abend unter Beweis.

Schnelle Koloraturen und hohe Lagen kennzeichneten das Concerto Telemanns, das die beiden Musiker, nach anfänglichen intonatorischen Irritationen in der Trompetenstimme, gekonnt und ruhig gestalteten. Einen besonders reizvollen Programmpunkt des Abends bildeten Bernard Sanders eigene Kompositionen, Präludium, Rezitativ und Fuge für Orgel-Solo und der Rhapsodie Nr. 3 für Trompete und Orgel, beides erst in jüngster Zeit entstandene Werke. Sanders verband dabei barocke Formen mit teilweise gewagter Harmonik. Die Stücke für Orgel allein arbeiteten viel mit Sekund-Intervallen und waren dadurch von dissonanten Klangspielen geprägt, die aber nie aufdringlich wirkten, sondern sich fein ins Gehör einschmeichelten. Die in der Rhapsodie angewandte ungewöhnliche Registrierung der Orgel sowie die Benutzung des Dämpfers bei der Trompete entlockten den Instrumenten sinnliche Klangfarben.

Mit besonderem Schwung bot Sanders anschließend Bachs Präludium und Fuge in f-Moll dar, was dem Pathos des Themas als auch der harmonischen Sprache dieses Werks vollends entsprach. Im Kontrast zum klanggewaltigen Opus Bachs folgten zwei Choralvorspiele des Bach-Schülers Johann Ludwig Krebs, die in meditativem Charakter vorgetragen wurden.

Den Abschluss des Konzerts bestritten die Musiker mit Albinonis Sonata V. Beachtenswert erschien hier die musikalische Ausarbeitung, in einem Werk, das nur innerhalb streng gefasster Parameter lebhaften Ausdruck erlaubte.

Ein besonderes Erlebnis war das Konzert in der Wallfahrtskirche auch wegen der erst in diesem Jahr überholten Gegenbauer-Orgel, die in neuem Glanz ertönte und ihre klanglichen Facetten offenbaren konnte.

Das Publikum dankte den Interpreten mit herzlichem Beifall, welche sich mit einer lebhaften Zugabe revanchierten.

Konzert in Eislingen

Mit Spielfreude verzaubert

Die Musikerfamilie Rückschloss begeistert ihr Publikum bei der Orgelwoche
Von den Werken des romantischen Komponisten Josef Rheinberger bestimmt war ein gut besuchtes Konzert im Rahmen der Göppinger Orgelwoche. Die Interpreten der Musikerfamilie Rückschloss begeisterten.

JOHANNES GINDELE

Eislingen. Trotz des sonnigen Wetters am Tag der Deutschen Einheit fanden sich viele Musikfreunde in der Eislinger Liebfrauenkirche zum zweiten Konzert der Göppinger Orgelwoche ein. Das Programm war ganz von Werken des romantischen Komponisten Josef Rheinbergers bestimmt. Neben der selten zu hörenden Suite für Violine, Violoncello und Orgel erklang eine Auswahl aus den Zwölf Meditationen für Orgel-Solo. Die Interpreten des Abends, die Musikerfamilie Rückschloss, leisteten auch in diesem Konzert wieder eine technisch höchst anspruchsvolle Darbietung.

Zu Beginn stellte Rainer Maria Rückschloss (Orgel) drei der zwölf Meditationen vor. Hervorzuheben ist die gelungene Auslese der Stücke, die eine Breite an dynamischem Ausdruck vermittelte. Auf ein kraftvolles Entrata, das elegante Satztechnik mit leuchtender Harmonik verband, folgte das Thema variatio, welches durch feine und beinah sanfte Klänge einen wirkungsvollen Kontrast bot. Das Agitato ergänzte die unterschiedlichen Stimmungsbilder um ein weiteres und war von jenem Impetus getragen, der für Rheinberger charakteristisch ist: Barocke Formen gefüllt mit romantischem Inhalt.

Barocke Reminiszenzen ließen sich auch in der Suite c-Moll Op. 149, dem Hauptwerk des Abends, beobachten. Ada Aria Rückschloss (Violine) und ihr Bruder Ead Anner Rückschloss (Violoncello) musizierten mit jugendlicher Verve und verbanden so gleich im ersten Satz gekonnt kammermusikalische und konzertant-virtuose Züge. Der Ton ihrer Instrumente und insbesondere jener der Violine wirkte klar und schillernd. Dass dabei die Orgel etwas zu sehr in den Hintergrund geriet – wohl auch der Akustik geschuldet – und sie dadurch stellenweise wie erratisches Gemurmel erschien, lag aber hauptsächlich an der bescheiden zurückgenommenen Registrierung. Es traten vor allem die beiden Streichinstrumente in einen musikalischen Dialog, der die Individualität der Musiker nicht verbarg und eine differenzierte Einheit offenbarte.

Die Mittelsätze waren geprägt von elegischen Melodien sowie lyrisch-introvertierten Passagen, und die Zuhörerwurden durch die Spielfreude der Musiker geradezu eingeladen, musikalische Details zu entdecken und zu verfolgen. Im Finale schließlich setzte die Orgel einleitend zu einem extravertierteren Klang an, was neben der spieltechnischen Virtuosität eine Ausdruckserweiterung bedeutete, nahm sich jedoch sogleich wieder zurück, um den Streichern Spielraum zu ermöglichen, den sie freilich nicht nötig gehabt hätten.

Mit zwei Zugaben verabschiedeten die heftig beklatschten Musiker das begeisterte Publikum.


Konzert in Donzdorf

Wohldurchdachtes Konzept

Orgelwoche: „Bach pur“ abwechselnd von zwei Organisten gespielt
Mit „Bach pur“ ist die 19. Göppinger Orgelwoche am Sonntag nach Donzdorf gekommen, wo in St. Martinus zwei Organisten auf zwei Instrumenten die „Leipziger Choräle“ von Johann Sebastian Bach darboten.

ULRICH SCHLECHT

Donzdorf. Wer befürchtet haben sollte, die in Folge gespielten 17 Choralbearbeitungen BWV 651 bis 667 könnten zu einer eintönigen Angelegenheit werden, durfte sich am Sonntagabend in der Donzdorfer Martinuskirche vom Gegenteil überzeugen lassen. Das lag einerseits an den überzeugenden Interpretationen der Organisten Stefan Johannes Bleicher und Mario Hospach-Martini, die im Rahmen der Göppinger Orgelwoche konzertierten. Ein gleichwertiger Anteil am Erfolg des Konzertes darf freilich dem Komponisten Johann Sebastian Bach zugeschrieben werden, welcher in diesem Zyklus ein unglaubliches Maß an Erfindungskraft und Reichtum des Orgelspiels entfaltet hat.

Das Konzept der Protagonisten war zugleich einfach und wohldurchdacht. An der Truhenorgel stellte einer der beiden die Choräle in Bach’schen Sätzen vor, wonach der andere die Vielfalt und Prächtigkeit der Bearbeitungen auf der gerade drei Jahre alt gewordenen großen Orgel demonstrierte. Und zur Wahrung des Gleichgewichts wurden nach der Hälfte des Konzertes die Plätze getauscht.

Pleno organo, mit vollen Registern also, begann die Fantasie über das Pfingstlied „Komm, heiliger Geist“, durchzogen von einer Art Seufzermotiv, das die Bitte „Komm“ eindrücklich unterstrich. Ganz anders zeigte sich das Warten auf den heiligen Geist in einer zweiten Bearbeitung desselben Chorals, wo freudiges Verzieren sich mit strenger Fugentechnik paarte.

Ließ sich bei dieser Dublette die Formvielfalt bewundern, so erstaunte im Passionslied „An Wasserflüssen Babylon“ die harmonische Kühnheit, mit der Begriffe wie Leid oder Schmerz ausgedrückt wurden. Nicht zu Unrechtwird Bach als der 5. Evangelist bezeichnet, der die christliche Botschaft mit musikalischen Mitteln verbreitet und auch die Freude über Gottes Wirken oder das irdische Vergnügen der Gläubigen in passende Töne fasst.

Durch das Intonieren der Choräle auf der Truhenorgel – im mehrstimmigen Satz oder mit der bloßen Melodie – ergab sich nach den intensiv ausdeutenden Bearbeitungen immer wieder ein Ruhepol, der die Gedanken der Zuhörer neu zu sammeln vermochte. Der Wohlklang der Instrumente, der barocke Kirchenraum und die meisterlichen Vorträge von Mario Hospach-Martini und Stefan Johannes Bleicher bildeten eine stimmige Einheit und bescherten einer ansehnlichen Zahl von Besuchern prächtigstes Hörvergnügen.

Nach dem Jubel des Schlussstücks, einer wieder pleno organo vorgetragenen Bearbeitung des Pfingsthymnus „Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist“, wurden die beiden Künstler mit viel Applaus verabschiedet.


Abschlusskonzert St. Maria

Herausragendes Klangerlebnis

Orgelwoche: Abschlusskonzert mit Thomas Gindele und Blechbläsern
Zum Abschlusskonzert der Göppinger Orgelwoche in St. Maria gaben tanzende Pfeifen und Blasinstrumente, Pipe and Brass Dance, den Ton an. Das Blechbläserquintett der Staatsoper München war zu Gast.

LILLI ELL

Göppingen. Ob sich Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele mit dem renommierten Blechbläserquintett der Staatsoper München selbst ein Geschenk zu seinem Jubiläum (25 Jahre als Organist und Dekanatskirchenmusiker) machte, wurde nicht gesagt. Aber die Spielfreude, der Spielwitz sowie der Schwung, mit dem das Ensemble und der Organisator der Orgelwoche an der historischen Walcker-Orgel musizierte, legt diesen Schluss nahe.

So war der Name des Konzertes Programm. Die Musiker brachten Tonsätze unterschiedlichster Epochen und Stile zu Gehör, sodass die Konzertreihe zu einem überaus schwungvollen Abschluss geriet.

Zum Auftakt erklang die barocke Hymne „Zadok the priest – Coronation Anthem“ von Händel, eine kraftvolle, in strahlendem D-Dur gehaltene Musik, die den Jubel des Volkes zur Krönung des biblischen Salomo ausdrückt. Jubelnde Bläsermusik, vereint mit der Orgel, eröffnete ein spannendes Konzert. Mit der Tanzsuite von Antony Holborne wurde es tänzerisch leichtfüßig, ganz im Sinne der Renaissance. Orgel und Bläser wechselten sich feinsinnig ab und setzten entsprechend ihrer Instrumente musikalische Akzente. Fein abgestimmte Dynamik und exakte Abphrasierungen bestimmten die Sätze Allemande, Pavane, Springtanz und Gigue.

Solistisch betätigte sich Thomas Gindele in einer „Gig in a Minor“ von Neil Harmon, einem zauberhaften „Tango de undecimo tono de bossanova“ von Guy Bovet und in einem „Waltz“ von Noel Rawsthrone, alles ganz unterschiedliche Tänze, charaktervoll und mal kraftvoll, dann wieder mit zarter Einfühlung in die jeweilige Musik oder Besonderheit des Instruments. Gerade die Tänze, die auf der Orgel gespielt wurden, gerieten zu einem Feuerwerk, das die sakrale mit der profanen Musik in Einklang brachte und bekannte argentinische Musikelemente in zeitgenössische Kirchenmusik umsetzte, was eine außergewöhnliche Atmosphäre zauberte.

Darüber hinaus war Gindele ein verlässlicher Begleiter der Bläser und gestaltete deren Stücke zu herausragenden, besonderen Klangerlebnissen. Einer der Höhepunkte nach der Tanzsuite aus der Renaissance zu Beginn war „Something’s Comin, Maria und America“ aus dem Musical „West Side Story“ des Ausnahmekomponisten Leonard Bernstein.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen gemeinsamen Akzent mit Carlyle Sharpes „Confitemini Domino“ für Bläser und Orgel. Mit diesem Stück gaben die Musiker noch einmal alles und setzten mit aufwühlenden Akkorden und Sequenzen diesem heiter beschwingten Abend ein rasantes Ende.

Das Publikum erhob sich von den Bänken, um die Musiker auf der Empore zu feiern. Nach einer ruhigeren Zugabe war das Publikum noch in den Gemeindesaal eingeladen, um Gindele zu seinem Jubiläum zu gratulieren und ihm zu seinem immer guten Klang in allen Bereichen der Gemeinde zu danken.


***Die 18. Orgelwoche im Jahre 2013***

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***Die 16. Orgelwoche im Jahre 2011***

Orgelnacht

Göppingen. Beim Auftakt zur 16. Göppinger Orgelwoche trafen sich die Königin der Instrumente, junge Musiktalente und ein Bilderbuch in St. Maria. Zusammen ergab das einen Bogen von eindrucksvoll bis witzig.
Musikgenuss garantiert die traditionelle Konzertreihe allemal, will aber auch das Spektrum des Instruments aufzeigen, das man in der Regel nur hört und nicht sieht. Der eingefleischte Orgelwochenbesucher hat sich da im Lauf der Jahre einiges angeeignet - und kann sich doch immer wieder aufs Neue überraschen lassen.
Der erste Teil des Doppelkonzerts am Samstag zeigte die Orgel als Begleitinstrument der zarten Töne oder holte sie im Miniaturformat des Orgelpositivs von der Empore ins Kirchenschiff. Die jungen Talente, die Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der großen und Rainer Maria Rückschloß an der kleinen Version begleiteten, bereiten sich gerade an der Jugendmusikschule auf das Studium vor. Sie stellten Bach und das Barock in den Mittelpunkt ihres Programms, das mit Werken von Rheinberger, Dvorak und Franz Strauss aber auch ins 19. Jahrhundert hineinragte.
Mächtig setzt die Orgel auf der Empore mit einem Präludium Rheinbergers ein, gibt aber bald der Violine von Johannes Gindele Raum. Die düstere Stimmung weicht, und die beiden Instrumente finden sich in einem einfühlsamen Miteinander. Emily Rinderknecht und Rückschloß, die ein Adagio und ein Allegro Benedetto Marcellos spielen, drehen Erwartungen um. Die Orgel schrumpft zum Positiv und schlüpft in die Nebenrolle, das Streichinstrument wächst zum Kontrabass heran, der nun einmal - und das sehr überzeugend - die Hauptrolle übernehmen darf.
Bachsche Klänge erfüllen das Kirchenschiff. Makellos spielt die Violinistin Anika Staib ein Dolce, Heike Müllers Querflöte erklingt extrem sicher beim Allegro einer anderen Sonate. Benedikt Gunkel hat sich mit dem Adagio einer Solosonate höchste Ansprüche vorgegeben: Nichts als sein hochkonzentriertes, meisterhaftes Geigenspiel trifft auf die aufmerksame Stille der Konzertbesucher.
Mit Franz Strauss Nocturne geht es zurück auf die Empore. Sebastian Gunkel lässt auf dem Horn den Abend plastisch werden, und Linda Steiner, Catharina Schaal (beide Violine) und Anna-Lena Heckel (Viola) finden beim Dvorak-Scherzo zum überzeugenden Trio zusammen.
Witzig, aber in ihrer Einfachheit auch anrührend war die Geschichte um den Elefanten Babar, von dem Gerd Kolter in wunderbarer Diktion erzählte. Rainer Maria Rückschloß hatte die Vertonung von Francis Poulenc für die Orgel bearbeitet - und so erlebte das Publikum an dem ohnehin schönen Abend auch noch eine Premiere.
Ursula Böttcher

Konzert in Birenbach

Birenbach. Bei der 16. Göppinger Orgelwoche gaben sich jetzt in der Wallfahrtskirche Birenbach Orgel und Panflöte bei weltlicher Musik ein Stelldichein.
Die kleine Panflöte und die große Orgel zu kombinieren, mag auf den ersten Blick gewagt erscheinen. Doch haben die beiden Instrumente durchaus etwas Gemeinsames, das die Kombination als schlüssig erscheinen lässt. Die Pfeifen der ersten Orgeln der Antike waren nämlich der Panflöte nachempfunden. Das passte also schon einmal wunderbar zusammen.
Auch sonst passte an diesem späten Nachmittag einfach alles. Wer zu früh kam, konnte vor der Kirche noch ein bisschen die Nase in die Herbstsonne recken. Auch durch die Fenster der kleinen Barockkirche lugte die Sonne herein und brachte das Gold zum Glänzen.
Man kann sich kaum einen besseren Rahmen für Musik aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert denken - allenfalls noch ein Schloss. Festliche höfische Musik war nämlich ein Schwerpunkt des Programms - galante Tänze und sogar Musik zu üppigen königlichen Soupers. Nicht fehlen durften aus dieser Epoche natürlich Bach, Händel und Purcell. Der Schweizer Philippe Emmanuel Haas und Organist Dominik Axtmann aus Karlsruhe sind international anerkannte Künstler und garantierten von vornherein hohes Niveau.
Die Instrumente setzen ein. Dunkel klingt die Orgel, hell die Panflöte zum Marsch des englischen Komponisten Jeremiah Clarke. Es ist ein feierliches, von der erstaunlichen Differenziertheit der Panflöteklänge akzentuiertes Marschieren. Die folgende Suite aus der Renaissance ist eine Kette unterschiedlichster Tänze: sachtes Schreiten, kleine und große Schritte, ein verhaltenes Hüpfen.
Als nächstes eine Sonate, ein reines Orgelstück, das das mächtige Instrument in einem weniger gewohnten Licht zeigt. Haas zieht mit der Panflöte von der Empore an den Altar um, spielt eine Suite Galante. Bei den Arien aus Opern und Oratorien von Händel finden die beiden Instrumente wieder zusammen, ernste Feierlichkeit geht in die tänzerische Leichtigkeit einer Gavotte über.
Ein anonymer Komponist des 17. Jahrhunderts hat Variationen zu "Greensleeves to a Ground" geschrieben, und immer wieder schält sich das bekannte Thema heraus. Die Sonate von Georg Muffat ist ein vielgestaltiger Zirkel und scheint extra dafür komponiert zu sein, das Vermögen der Orgel und des Organisten vorzuführen.
Es folgt ein Orgelkonzert von Bach - unverkennbar, schön und mit einem hinreißend gespielten Presto. Am Ende des Programms, als nur noch einzelne Sonnenflecken im Kirchenschiff verstreut waren, stand eine Sonate Henry Purcells, die mit ihren drei Sätzen das gelungene Konzert gleichsam auf den Punkt brachte.
Ursula Böttcher

Konzert in Donzdorf

Donzdorf. "Musique de France" hatte der Straßburger Daniel Maurer zu den Göppinger Orgelwochen mitgebracht. Der Organist demonstrierte dabei die Schönheit der neuen Orgel in der Donzdorfer Kirche St. Martinus.
Zwei Straßburger trafen aufeinander, als Daniel Maurer die Qualitäten der dort für die Donzdorfer Kirche St. Martinus gebauten neuen Orgel vorstellte. Französische Orgelmusik vom Barock bis zur Moderne stand auf dem Programm, und dass das neue Instrument dafür sehr gut geeignet ist, bewiesen die ausgezeichneten Vorträge, die die zahlreichen Besucher zu hören bekamen.
Den fanfarenartigen Beginn eines Offertoriums von François Couperin nutzte Daniel Maurer, um in hellen Zungen-, in warmen Holz- und in kräftigen Pedalregistern den Klangreichtum der Orgel auszustellen. In einer Fantasie von Alexandre Boëly zog der Organist Bahnen durch das ganze verfügbare Tonspektrum, baute aus dem schlichten Thema der nachfolgenden Fuge ein monumentales komplexes Gebilde und ließ ein Andante mit einkomponiertem Vorwärtsdrang in einer Naturidylle enden.
Johann Sebastian Bach, obzwar kein Franzose, durfte mit seiner Fantasia G-Dur BWV 572, bezeichnenderweise "Pièce dorgue" genannt, ein Jugendwerk mit durchaus französischen Anklängen beisteuern. Der Organist gab dem "Très vitement" - ohne Pedal - eine sehr eigene Farbe, verlieh dem "Gravement" mit seinen vielen Halbtonschritten ein majestätisches Gepräge und ließ im "Lentement", das Laufwerk der vorangegangenen Sätze wieder aufnehmend, ständig ein abgrundtiefes Tataa-Pochen vernehmen. Maurer huldigte dem Thomaskantor zudem noch mit seiner Choral-Transkription aus dessen "Magnificat" BWV 243.
Variationen von Eugène Gigout, ein Satz aus der 6. Orgelsinfonie von Charles Marie Widor, dem Begründer dieser musikalischen Gattung, und zwei Stücke von Jean Langlais fügten Weiteres zum französischen Part hinzu.
Mit einer eigenen Improvisation über einen marianischen Gesang beschloss Daniel Maurer die Reihe seiner Vorträge. Herrlich, wie er den insistierenden Beginn des "Wunderschön prächtige" immer mehr ausbreitete und zu einem großen, vielgestaltigen Hymnus aufbaute - eine wahrlich wunderschön prächtige Darbietung, die das beeindruckende Konzert zu krönen vermochte.
Für den großen Applaus bedankte sich der Künstler mit einem kurzen Fanfarenstück von Georg Friedrich Händel.
Ulrich Schlecht, 12.10.2011

Abschlusskonzert

Göppingen. Mit Männerchor und Orgel gingen am Sonntagabend in der Kirche St. Maria die 16. Göppinger Orgelwochen zu Ende. Die zahlreichen Zuhörer bekamen ausschließlich Kompositionen von Franz Liszt zu hören.
Ein Doppelquartett, bestehend aus Herren des SWR Vokalensembles Stuttgart, sowie Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Orgel brachten am Sonntag in St. Maria Kirchenmusik von Franz Liszt zu Gehör. Das einstündige Konzert wurde zu einer würdigen Gratulation zum 200. Geburtstag des Komponisten und bildete einen gelungenen Abschluss der Orgelwochen. Thomas Gindele hatte dazu Liszts Messe für vierstimmigen Männerchor und Orgel aufgegliedert und mit passenden Einschüben zu einer stimmungsvollen musikalischen Liturgiefeier gestaltet.
Dem einstimmigen "Tu es Pet-rus", Jesu Worten zur Gründung der Kirche, ließ Gindele einen Orgel-Introitus ("Hosannah!") folgen, eine hymnische Fantasie über eine Cho-ralmelodie, ehe mit Kyrie und Gloria der erste Messteil begann. Mit ihren bestens ausgebildeten Stimmen boten die acht Sänger perfekten En-sembleklang, überzeugten auch bei solistischen Einwürfen und zeigten ihre Intonationssicherheit in längeren unbegleiteten Partien. Besonderen Wohlklang verbreiteten die Pianostellen, wogegen manches Fortissimo etwas forciert wirkte.
Zu den Höhepunkten zählte das Credo. Wie da das "Incarnatus est" bei schwebender Orgelbegleitung musikalisch aus der Tiefe nach oben geholt wurde, wie mit Halbton-Reibungen das "Crucifixus" herausgeschrien oder wie scharf drohend das jüngste Gericht prophezeit wurde, das war überzeugend und ging unter die Haut. Eine ungewohnt fröhlich wirkende Bitte um Frieden schloss dann den Messtext ab.
Neben seiner Aufgabe als Beglei-ter der Sänger steuerte Thomas Gindele Orgelsolo-Vorträge bei, ein majestätisches Andante (als Graduale) sowie ein stimmungsvolles Andante (als Offertorium), und er fügte an die Friedensbitte das dazu passende "Gebet an die Schutzengel" an, eine wunderschöne liturgische Meditation aus dem dritten Jahrgang des Zyklus "Années de pèlerinage".
Vertonungen des Vaterunser so-wie des 116. Psalms ("Laudate Do-minum") für Männerchor und Orgel ergänzten den chorischen Part, und für den großen und wohlverdienten Applaus bedankten sich die Künstler mit einer Zugabe, Liszts "Ave maris stella".
Ulrich Schlecht, 18.10.2011

***Die 15. Orgelwoche im Jahre 2010***

Göppingen. Eine seltene Kombination von Instrumenten und eine Vielfalt von Stilen sorgte beim Abschluss der Orgelwoche für ein eindrucksvolles Hörerlebnis.
Die außergewöhnliche Kombination von Posaune, Schlagzeug und Orgel hat bei den Göppinger Orgelwochen noch gefehlt - und Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Königin der Instrumente und das vierköpfige Ensemble percussion-posaune leipzig schafften da auf unterhaltsame und mitunter verblüffende Weise Abhilfe. Zusammen mit dem ambitionierten Programm, das nicht nur die Jahrhunderte vom Barock bis zur unmittelbaren Gegenwart und schön schwierige oder einfach nur schöne Klänge durcheinanderwirbelte, sondern auch noch die Grenzen zwischen den Künsten auflöste, ergab das einen sinnigen Schlusspunkt unter die insgesamt fünf Konzerte. Leipziger Geschichte und Geschichten, von der Höhe der Empore herab ins Schiff der bestens besuchten Göppinger Marienkirche erzählt, und die Qualität und Spielfreude der Musiker setzten dem Ganzen noch ein buntes i-Tüpfelchen oben drauf.
Richard Strauss "Feierlicher Einzug", bearbeitet von Max Reger, klang wahrlich feierlich und gab in ganz konzentrierter Form einen Ausblick auf das schillernde Programm. Gindele brachte bei einer französischen Ronde die Töne zum Tanzen, und zwei "Skizzen" Robert Schumanns zeigten, dass man mit Tönen auch malen kann. Zart geriet die erste Skizze; kräftig und farbig die zweite. "Bach n Drums" lenkte den Spot kurz und prägnant auf den Leipziger Thomaskantor und verwebte die Posaunenklänge von Stefan Wagner, Marton Palko und Joachim Gelsdorf zu einem feinen, jazzig unterlegten Gewebe. In der Bearbeitung von Henry Walther war das strenge "Lobet den Herrn" stellenweise kaum wiederzuerkennen. Die drei Bläser und Joachim Dix mit dem Cajon, der simplen peruanischen Holzkiste, variierten den alten Choral auf verblüffende und mitunter auch witzige Weise. Einen Extraapplaus gabs für Dix kunstvolles Trommelsolo.
Zwei Auftragswerke aus jüngster Zeit standen für das Anliegen der Leipziger Musiker, nicht nur alte Musik zu spielen, sondern auch neue entstehen zu lassen, und beschertem den Göppinger Konzertbesuchern Hörerlebnisse, die noch nicht viele vor ihnen gehabt hatten. Starke Rhythmen prägten die Komposition von Hans-Peter Preus. Mit einer gehörigen Portion Witz brachte der traditionelle Jazz die Posaunen zum Stöhnen und zum Jammern - und das Publikum zu einem wohlgesonnenen Lachen. Stephan Königs "Rhythmic Contacts" komponierte Orgel, Posaune und Schlagzeug noch einmal auf außergewöhnliche Weise und verlieh dem Konzert ein markantes Finale.

Ursula Böttcher , NWZ 19.10.2010

 

Dynamisch durchgeformt

Konzert in der Wallfahrtskirche Birenbach mit Männerschola Göppingen

Birenbach. Mit gelungenen Vorträgen der Männerschola Göppingen und des Organisten Ulrich Klemm gastierte die Göppinger Orgelwoche in Birenbach.
Eine große Besucherzahl hatte sich in der Wallfahrtskirche Birenbach eingefunden, um im Rahmen der 15. Göppinger Orgelwochen ein nicht unbedingt mit gängigen Werken bestücktes Programm zu hören. Doch das Kommen hatte sich gelohnt, denn die Männerschola Göppingen und der Schorndorfer Organist Ulrich Klemm boten Vorträge auf hohem Niveau.
Inhaltlich überwog das Pfingstgeschehen, musikalisch lag der Schwerpunkt in der Gregorianik, dem einstimmigen, ursprünglich unbegleiteten liturgischen Kirchengesang in lateinischer Sprache, welcher in Verbindung mit der Liturgiereform von Papst Gregor dem Großen im 6. Jahrhundert entstanden ist.
Die Göppinger Männerschola unter der Leitung von Thomas Gindele präsentierte sich als flexibles Ensemble, das seinen Vortrag entsprechend den jeweiligen Aussagen zu gestalten wusste. Dynamisch gut durchgeformt wurde mit dem "Spiritus Domini" eröffnet, und die Missa "Cum jubilo" des 1986 gestorbenen Franzosen Maurice Duruflé erfuhr die ihrem Titel gemäße Wiedergabe. Auf gregorianischen Themen basierend, ist diese Missa - ohne Credo - für Männerchor, Baritonsolo und Orgel geschrieben. Schlichte Sequenzen im Kyrie, prächtiger Jubel im Gloria, ein mächtiges Hosanna und eine sanft ausklingende Friedensbitte sorgten in der Wallfahrtskirche für eine stimmige Wiedergabe.
Hier wie auch bei der Pfingstsequenz "Veni Sancte Spiritus" war der Organist Ulrich Klemm ein impulsgebender, hilfreicher Begleiter, der beispielsweise die "siebenfache heilige Gabe" mit demonstrativ großem Posaunenklang kennzeichnete. Auch bei der Uraufführung eines von Bernard Wayne Sanders (geboren 1957) vertonten Marienhymnus der Hildegard von Bingen gab es keine interpretatorischen Hindernisse, doch mussten die Sänger in der Höhe ihre Grenzen merken lassen. Mit dem "Nigra sum", einem vom Cellisten Pablo Casals komponierten Liebesgesang aus dem Hohelied Salomos, gelang ein ruhiger, freudvoller Abschluss.
Ulrich Klemm bereicherte das Programm mit beeindruckenden Solovorträgen. Improvisationen, ein Offertorium von Jean Langlais, das Kyrie aus einer Orgelmesse von François Couperin sowie ein Choralvorspiel zu "Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist" von Johann Sebastian Bach lieferten ein beredtes Zeugnis seines Könnens.
Die Hörer wurden von den modernen Kompositionen keineswegs überfordert. So war es gar nicht nötig, das als Dank für den großen Applaus gesungene "Ave verum corpus" von Karl Jenkins scherzhaft auch "zur Erholung" vom zuvor Gehörten anzubieten.

Ulrich Schlecht

 

Gelungener Auftakt zur 15. Orgelwoche Doppelkonzert in der Marienkirche

Göppingen. Einen Auftakt zur 15. Göppinger Orgelwoche, wie er in Worten von Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele "schöner nicht hätte sein können", erlebten die Besucher des Doppelkonzerts in der Marienkirche.
Dem Zusammenspiel von Klavier und Orgel war der erste Teil des Abends mit Ada Aria und Rainer Maria Rückschloß gewidmet. Im Anschluss daran improvisierte der Stuttgarter Organist Johannes Mayr zu den bewegten (und bewegenden) Bildern des Stummfilmes "The Kid" von Charlie Chaplin.
Ein grandioses Konzert unter dem Motto "Klavier trifft Flügel" erlebten die Besucher der Göppinger Marienkirche am Samstagabend zu Beginn der mittlerweile 15. Orgelwoche. Mit Stücken von Camille Saint-Saens, Robert Schumann, Cesar Franck und Clifford Demarest zeigten Konzertorganist Rainer Maria Rückschloß und seine Tochter Ada Aria, dass es eine wahre Lust sein kann, den Zusammenklang von Orgel und Konzertflügel zu zelebrieren und - als Zuhörer - entsprechend zu genießen. Damit das Zusammenspiel der beiden vielfach preisgekrönten Musiker auch zum optischen Genuss geriet, hatten die Veranstalter eine Leinwand in das Chorportal gestellt, die abbildete, was auf der Empore vor sich ging.
Eine für Orgel und Klavier komponierte Fantasia und Fuge in C-Dur von Camille Saint-Saens machte den Anfang eines grandiosen Konzertes, in dem vor allem die souveräne Abgeklärtheit im Spiel der erst 16-jährigen Ada Aria Rückschloß Staunen machte. "Romantische Werke" waren angekündigt, und kaum ein Musiker dürfte mehr für sich in Anspruch nehmen können, als Inbegriff der deutschen Romantik zu gelten, wie Robert Schumann. Von Schumann stammten die beiden Solo-Werke im Programm von Vater und Tochter Rückschloß, zunächst die "Fuge über den Namen Bach" für die Orgel. Später, nach einem gemeinsam zelebrierten "Prelude, Fuge et Variation" von César Franck, das bekannte Allegro in h-moll, mit dem Ada Aria Rückschloß dem ganzen Konzert einen gloriosen Glanzpunkt aufsetzte. Am Ende, nach dem viertelstündigen Fantasiestück des amerikanischen Komponisten Clifford Demarest, konnten die beiden Musiker stehende Ovationen entgegennehmen und deshalb nicht umhin, noch eine Zugabe dranzuhängen, bevor sie gemeinsam mit dem Publikum den im nebenstehenden Gemeindehaus vorbereiteten Imbiss zu sich nehmen konnten.
Einer halbstündigen Pause folgte danach der Auftritt des Stuttgarter Konzertorganisten Johannes Mayr, der in der Folge eine Stunde lang zu den Bildern des Stummfilmes auf der Walcker-Orgel der Marienkirche improvisierte. Ein neues Verfahren war das keineswegs, hatte doch im Amerika der Stummfilmzeit fast jedes Kino seine "Wurlitzer"-Orgel oder zumindest ein Klavier, und viele Pianisten verdienten sich erste Sporen mit der Begleitung von Stummfilmen. Die Besonderheit des zweiten Teiles des samstäglichen Doppelkonzertes lag eher darin, dass eine Kirchenorgel zur Begleiterin jener zwischen Bewegung und Bewegtheit schwankenden Szenen der Geschichte um einen abgerissenen Vagabunden und einem Findelkind wird. Doch Johannes Mayr ließ bei den Zuhörern zu keinem Zeitpunkt das Gefühl eines Missbrauchs der "Königin unter den Instrumenten" aufkommen. Mit ausgeprägtem musikalischen Feingefühl und einem ebenso stark entwickeltem Sinn für Dramatik antizipierte der Musiker jede Entwicklung der Story auf der Leinwand mit den Klänge malenden Mitteln des Instruments. Zusammen gelang es der Musik und den Bildern, ein zu Beginn des Films eingeblendetes Versprechen einzulösen: "with a Smile" (mit einem Lächeln) stand da für kurze Zeit zu lesen "and perhaps a tear (und vielleicht einer Träne)".

Heinz Böhler, NWZ 28.9.2010

 

Vorbericht am 18.9.2010 :

Göppingen.  "Ein Fest der Klänge" ist das Motto der Göppinger Orgelwochen, die in der 15. Auflage vom 25. September bis zum 17. Oktober innovative Konzertprogramme versprechen. Zum Auftakt gibt es ein Doppelkonzert.

Traditionell wird die Reihe mit einer Orgelnacht eröffnet, die aus zwei 45-minütigen Konzerten besteht, die durch eine kulinarische Pause unterbrochen werden. Im Eröffnungskonzert der 15. Orgelwochen am Samstag, 25. September, ab 20 Uhr in St. Maria ist der Konzertorganist Rainer Maria Rückschloß und seine vielfach mit Preisen ausgezeichnete 16-jährige Tochter Ada Aria Rückschloß am Flügel zu hören. Passend zur historischen Walcker-Orgel in St. Maria hat das Programm einen romantischen Schwerpunkt (Saint-Saens, Schumann, Demarest). Zwei scheinbar unvereinbare Klangwelten verschmelzen hier zu ungeahnten Klangkombinationen. Die beiden Interpreten werden per Beamer auf Großleinwand übertragen.

Im zweiten Konzert der Orgelnacht um 21.15 Uhr wird der Stuttgarter Orgeldozent und "Klangmagier" Johannes Mayr Charlie Chaplins ersten Spielfilm "The Kid" mit Improvisationen klanglich "in Szene" setzen. Der Stummfilm "Der Vagabund und das Kind", so der deutsche Titel, trägt autobiographische Zügeund ist "ein Film mit einem Lächeln - und vielleicht einer Träne", der noch heute aktuell ist und der Gesellschaft mit Humor den Spiegel vorhält.

In der barocken Wallfahrtskirche Birenbach findet am Sonntag, 3. Oktober, 17 Uhr das dritte Konzert der Reihe statt. Es erklingen Gregorianische Gesänge, gesungen von der Männerschola Göppingen, im Dialog mit der Orgel. Das Männerensemble interpretiert außerdem eine Messe von Duruflé, die auf gregorianischen Themen basiert. Außerdem wird ein eigens für die Schola geschriebenes Werk von Bernard Wayne Sanders uraufgeführt. An der Orgel begleitet das Ensemble den Dekanatskirchenmusiker Ulrich Klemm aus Schorndorf, der zudem mit Improvisationen und Orgelwerken (Bach, Couperin) als Solist hervortritt.

"Gloria in excelsis Deo" ist das Konzert am 10. Oktober ab 17 Uhr in St. Maria überschrieben. Christiane Michel-Ostertun interpretiert Werke, die diesen Lobpreis zum Inhalt haben. Der Gesang der Engel in der Weihnacht hat sich in vielen Messvertonungen und Orgelwerken über Jahrhunderte erhalten. Die Organistin, Professorin an der Herforder und Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik, spielt Werke des Barock von Couperin und Bach bis zur romantischen Klangfülle Max Regers. Außerdem sind Improvisationen zu hören.

Ehre sei Gott in der Höhe" - der Gesang der Engel in der Weihnacht hat sich als Hymnus im Textkanon der Gottesdienstfeier über Jahrhunderte bis heute erhalten. In zahlreichen Messvertonungen wurde der Text ausgedeutet. Darüber hinaus gibt es viele Orgelwerke, die diesen Lobgesang zum Inhalt haben. Christiane Michel-Ostertun, Professorin an der Herforder und Heidelberger Hochschule für Kirchenmusik und Orgelvirtuosin, präsentiert eine Auswahl von Kompositionen, die sich diesem Thema widmen. Der Bogen reicht von der barocken Pracht eines Couperin, J.S. Bach bis zur romantischen Klangfülle von Max Reger. Außerdem sind Improvisationen der Interpretin zu hören, die zu den Meistern ihres Fachs gehört.Im Abschlusskonzert am 17. Oktober, ab 17 Uhr in St. Maria wollen drei Posaunen und ein Schlagzeug im Zusammenspiel mit der Orgel ungeahnte Klangwirkungen erzielen. "percussion-posaune-leipzig", ein professionelles Ensemble, das sich durch Auftritte bei zahlreichen internationalen Festivals einen Namen gemacht hatund dessen Repertoire neben der traditionellen Klassik auch durch Auftragskompositionen erweitert wird, ist im Abschlusskonzert mit Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Orgel zu hören. Barocke Werke und für 3 Posaunen und Orgel romantische Orgelstücke (Schumann, Boellmann) sowie solistische Werke des Bläserensembles, das auch Ausflüge in die Jazzmusik unternimmt, bilden den weiten stilistischen Rahmen des Programms. Das eigens für das Ensemble geschriebene Quintett "Rhythmic Contacts" des Leipziger Komponisten Stephan Königpercussion-posaune-leipzig" geschrieben und 2009 im Berliner Dom uraufgeführt wurde, bildet den Schlusspunkt des Konzerts.

Info www.orgel-woche.de

Karten im Vorverkauf gibt es in

Göppingen bei Piano Deininger und in der Staufen-Buchhandlung.

***Die 14. Orgelwoche im Jahre 2009***

Pressekritiken in der NWZ

In achtzig Minuten um die Welt
Bläserquintett und Organist Thomas Gindele überzeugen in St. Maria

In achtzig Minuten um die Welt ging es beim Abschlusskonzert der Orgelwochen. Nach der musikalischen Weltreise mit Blechbläsern und Orgel wurden die Interpreten in Sankt Maria mit stehenden Ovationen belohnt.

MARKUS WAGGERSHAUSER
Göppingen Ein musikalisches Feuerwerk erlebten die Besucher beim Abschlusskonzert der Göppinger Orgelwochen in der vollbesetzten Marienkirche. Nicht nur durch höchste Präzision, sondern mit Freude am gemeinsamen Musizieren zauberten die Bläser der Bayerischen Staatsoper München und Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Orgel unterschiedlichste Klangfarben in den Kirchenraum.

"Wir wollen heute die musikalischen, politischen und kulturellen Schlagbäume für ein paar Stunden niederreißen." Mit diesen Worten lud Trompeter und Moderator Frank Bloedhorn die Zuhörer zu einer akustischen Welt- und Zeitreise ein. Er und seine Kollegen Ralf Scholtes, ebenfalls Trompete, Stefan Böhning, Horn, Sven Strunkeit, Posaune und David Polkinhorn, Tuba, hatten mit Gindele Werke verschiedener Länder, Epochen und Musikstile ausgewählt.

In der Entrata Festiva des belgischen Komponisten Flor Peeters und Georg Friedrich Händels Orgelkonzert in B-Dur ergänzten sich die strahlenden Fanfarenklänge der Bläser und die brillierende Walcker-Orgel und traten miteinander in Dialog. Zwischen beide Stücke schob das Bläserquintett eine zeitgenössische Bearbeitung des Kanadiers Christopher Dedrick. Aus dem perkussiven Beginn schälten sich nach und nach in unterschiedlichen Modulationen Melodien aus dem "Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach" heraus, die Thomas Gindele in der schlichten Originalfassung am Orgelpositiv zu Gehör brachte.

Auf der weiteren Klangreise über Spanien, Italien, Ungarn und Russland nach Japan, Peru und in die USA gingen die Bläser im Altarraum und der Organist auf der Empore getrennte Wege, ohne sich aus dem Blick zu verlieren. Beide bestachen durch Stilsicherheit, klare Artikulation und Virtuosität. Abschließend trafen sie sich wieder in England und glänzten mit Elgars berühmtem "Pomp and Circumstance".

Die weltverbindende musikalische Botschaft kam in den Herzen der Zuhörer an. Diese genossen die lange erklatschte Zugabe, die "Procession of the Nobles" von Rimski-Korsakow. Aus der Sakristei heraus intonierten die Bläser das "Traummännchen" als leisen Ausklang des fulminanten Abends.

Mit dem Konzert endeten zugleich die 14. Göppinger Orgelwochen, die deutlich mehr Besucher hatten als im vergangenen Jahr.

NWZ, 20.10.2009

Als "Notausgang" steht Leitton bereit
Improvisationskurs bei den Orgelwoche

Im Rahmen der 14. Göppinger Orgelwoche wurde in Sankt Maria ein ganztägiger Improvisationskurs mit Stefan Johannes Bleicher angeboten.
ULRICH SCHLECHT
Göppingen Eine stattliche Gruppe von 22 nebenamtlichen Organisten, darunter auch etliche Jugendliche, war in die Göppinger Kirche Sankt Maria gekommen, um sich von einem ausgewiesenen Fachmann Tipps geben und weiterbilden zu lassen. Stefan Johannes Bleicher, Organist in Winterthur und Professor an den Musikhochschulen Zürich und Trossingen, führte dabei in die Kunst der freien Improvisation ein und machte seine Hörer mit Vorspielmodellen zu Gemeindeliedern vertraut.

"Kunst kommt zuerst vom Probieren, und wenn mans dann kann, kommt die Kunst vom Können", mit diesem Credo beschrieb der Dozent die von ihm angestrebte Werkstatt-Atmosphäre für den Kurstag. Und tatsächlich mischten sich Vortrag, Demonstration am Orgel-Spieltisch und Ausprobieren durch einzelne Teilnehmer zu einem kurzweiligen, gar nicht trockenen und höchst lehrreichen Ablauf.

An Hand zweier Choräle führte Stefan Johannes Bleicher in die "Grammatik" der Improvisation ein. Da wurde der Bass als Strukturgeber und Tempomacher vorgestellt, Terzen wurden "gefüllt", es war von Diminution, also dem Umspielen der Melodie die Rede, ebenso vom Bizinium, dem zweistimmigen Vortrag, und von der Figuration, wo Stimmen rhythmisch gegeneinander verschoben oder nachgeschlagen werden. Und die Kunst des Registrierens verglich Bleicher mit der Kochkunst: Keine Zutat ist grundsätzlich verboten - Hauptsache, es schmeckt!

Unerschrocken machte sich der jüngste Teilnehmer daran, vor oder nach den Choralzeilen Kadenzen einzubauen, deren Abfolge nach Möglichkeit nicht allzu gleichartig verlaufen sollte - beim Verheddern in den Tonarten stehe schließlich als "Notausgang" der Leitton bereit. Überhaupt gelte es, so Bleicher, den Erwartungen der Zuhörer gelegentlich ein Überraschungsmoment entgegenzuhalten.

Leitmotivisch war wiederholt ein "lieber weniger, dafür aber kostbar" zu hören. Diesen Merksatz dürften die zufriedenen Teilnehmer ihrem sympathischen Dozenten gerne abgenommen haben.

Orgel mal mächtig, mal bescheiden

Birenbach Das dritte Konzert der 14. Göppinger Orgelwoche war der Kammermusik gewidmet und bereicherte so das Thema der Reihe mit Querflöte und Gesang.

Das passt auf denkbar beste Weise: die kleine Birenbacher Barockkirche mit dem üppigen Innern, dessen Gold die untergehende Sonne wie bestellt zum Strahlen brachte, dazu Musik aus der selben Epoche. Buxtehude, Händel, Bach und Purcell standen beim jüngsten Orgelwochen-Konzert auf dem Programm, daneben zwei Werke des Belgiers Joseph Jongen aus dem 20. Jahrhundert.

Darüber hinaus konnte das Publikum Bekanntschaft mit einer eher seltenen Verwendung der Orgel schließen, nämlich der in der Kammermusik, bei der das Instrument nur eines neben anderen ist und auch einmal ganz leise und bescheiden in den Hintergrund treten kann. Mit Pia Schäfer-Mayer (Sopran), Agnes Gindele (Querflöte) und Peter Lorenz (Orgel) hatten die Organisatoren drei Künstler verpflichtet, die den späten Nachmittag vollends zum Genuss machten.

Auf der Empore der Auftakt mit Buxtehude: Mit Leichtigkeit fanden die Solisten in der Kantate "Singet dem Herrn" zusammen, und mit der selben Leichtigkeit meisterte Lorenz die Vertracktheiten der folgenden Fuge. Umzug in den Chor: Die bekannte a-Moll-Sonate von Händel mit dem wunderschönen Ineinander von Flöte und Orgel und die zwei Liedeinschübe waren nicht nur der Mittelpunkt des Programms, sondern durch das aufmerksame Miteinander der Solisten auch zugleich der Höhepunkt.

Für Bachs mächtiges Orgelkonzert zurück auf die Empore: Sicher und einfühlsam gab Lorenz das komplizierte Miteinander der Stimmen wieder. Den Schluss des stimmigen Programms markierte ein Sprung zu Jongens modernen Klängen. Die Töne rieben sich, es wurde dramatisch und zum Abschied ganz getragen und sanft. Ursula Böttcher

Erscheinungsdatum: Dienstag 06.10.2009

Farbgeber für zarte Poetik

Gleich zwei Konzerte verzauberten den Auftakt der Göppinger Orgelwoche

Die 14. Göppinger Orgelwoche wurde am Samstagabend gleich mit zwei aufeinanderfolgenden Konzerten in St. Maria eröffnet. An der historischen Walcker-Orgel spielte Rainer Maria Rückschloss.

LILLI ELL

 

 

Heike Sauer und Hanna Münch rücken bei einem der beiden Konzerte zur Eröffnung der Göppinger Orgelwoche die Dichtung "Die Nachtigall und die Rose" von Oscar Wilde in den Mittelpunkt. Die Orgel kam als Stimmungs- und Farbgeber für die zarte Poetik des Märchens zur Geltung.
Foto: Giacinto Carlucci

 

Göppingen  Gleich zwei aufeinanderfolgende Konzerte in der Göppinger St. Maria-Kirche machten den Anfang der 14. Göppinger Orgelwoche. Rainer Maria Rückschloss an der historischen Walcker-Orgel wurde im ersten Konzert um 20 Uhr von Heike Sauer und Hanna Münch, beide Schauspielerinnen, und im anschließenden zweiten Konzert von Jessica Eckhoff, Sopran, und dem Projektchor St. Maria unter der Leitung von KMD Thomas Gindele komplettiert.
 
Zunächst erwartet der Zuhörer bei einem Orgelkonzert geistliche Orgelwerke aus den verschiedenen Epochen. Nicht so am Samstagabend! Die Themen der beiden Konzerte waren dem angepasst, was in beeindruckender Weise folgte: "Orgel und Dichtung" und "Orgel und Stimmen". Heike Sauer und Hanna Münch rückten dann auch die Dichtung "Die Nachtigall und die Rose" von Oscar Wilde in den Mittelpunkt. Die Orgel erklang deshalb auch eher im Hintergrund, aber keineswegs nebensächlich, sondern zuständig für die atmosphärische Gestaltung als Stimmungs- und Farbgeber für die zarte Poetik des Märchens.

In weißen Gewändern, nur eine rote Rose als Farbtupfer und Schmuck, erzählten die Schauspielerinnen vor dem stimmungsvoll einmal in roten, dann wieder in bunten Farben beleuchteten Chorraum die Geschichte von der Nachtigall und der Rose, eine Geschichte von der Liebe, vom prallen Leben, aber auch vom bitteren Tod.
 
Der Märchenfürst gibt einen Ball, Ballstimmung ertönt von der Orgel her, leise erklingt ein Walzer, Johann Strauß "An der schönen blauen Donau". Der Student liebt die Fürstentochter, die ihn nur erhören will, wenn er ihr eine rote Rose mitbringt. Aber im Garten gibt es keine rote Rose. Dumpfe Molltöne begleiten seine Trauer darüber. Nur die Nachtigall weiß Rat, sie sinnt dem "Mysterium der Liebe" in ihrem Lied nach und lässt ein farbenreiches, sinnliches Bild entstehen, dem die fast sphärischen Klänge der Orgel entsprechen. Nach vergeblichen Versuchen im Garten eine rote Rose zu finden, will ein Strauch doch wenigstens eine einzige erblühen lassen. Aber es kostet alles, da die rote Farbe vom Herzblut der Nachtigall kommen muss.
 
Mit der Wende in der Geschichte verblasst die Begleitung, die perlende Musik fließt wie Rinnsale aus aneinandergereihten Noten. In der Nacht, als der Student schläft, geschieht das Opfer. Die Rose wird erschaffen aus dem Herzblut der Nachtigall. Der Chorraum ist in gleißendes rotes Licht getaucht, choralartige Klänge durchfluten das Kirchenschiff, um dann den Todesschmerz in leisere, verhaltenere Töne aufzulösen. "Die Rose ist vollendet." Doch die Angebetete verschmäht sie, und die Rose endet im Rinnstein.
 
In dieser Inszenierung stimmte alles, da waren Musik und Sprache und Beleuchtung so ganz selbstverständlich ineinander verwoben, dass ein kunstvolles Ganzes am Ende die verzauberten Zuhörer in die Pause entließ.
 
Im zweiten Konzert führte Rainer Maria Rückschloss eindringlich vor, was in der Orgel solistisch und in der Begleitung von Solostimme und Chor steckt. Er schaffte sowohl für die Solostimme als auch für den Chor den verlässlichen, musikalischen Rahmen. In KMD Gindele hatten die Sänger die Leitung, die engagiert und einfühlend die Richtung wies. Gleich der erste Psalm "Jauchzet Gott, alle Lande" von Joseph Kromolicki ließ aufhorchen. Präzision mit viel Strahlkraft und feinsinnigem Zusammenspiel aller Akteure ließen ein filigranes "Amen" mit Ausgewogenheit und dynamischer Abphrasierung am Schluss erklingen.
 
Romantische Musik ist aufwühlend, gefühlsbetont. So auch das Orgelsolo vom gleichen Komponisten. Doch in einer eher schlanken Interpretation des Organisten entstand kein unnötiges Pathos oder Gefühlsüberschwang. Durchweg war seine Technik versiert und ordnete sich ein in die stilistisch farbenreiche Ziselierung der Musik, was sich dann besonders bei den beiden Orgelsoli von Felix Mendelssohn-Bartholdy zeigte.
 
Jessica Eckhoff sang mit schöner, tragender Stimmführung und viel Glanz in den hohen Sopranlagen, nie zu dicht, sondern spritzig und doch rund. In der Hymne "Hör" mein Bitten", ebenfalls von Mendelssohn, vereinten sich noch einmal alle Akteure und loteten die ganze Bandbreite dieser Musik aus.
 
Beide Konzerte hinterließen ein ergriffenes, hingerissenes Publikum, das den Akteuren lang anhaltenden, herzlichen Beifall zollte.

Erscheinungsdatum: Montag 28.09.2009

Vorberichte :

Musikalische Weltreise mit Bläsern
Blechbläserquintett zum Abschluss der Göppinger Orgelwochen

Beim Abschlusskonzert der Orgelwochen begeben sich Thomas Gindele und das Blechbläserquintett der Bayerischen Staatsoper auf eine Weltreise.

Göppingen Einen besonderen musikalischen Leckerbissen bietet das Abschlusskonzert der 14. Göppinger Orgelwochen am Sonntag ab 17 Uhr in St. Maria. Das Blechbläserquintett der Bayerischen Staatsoper begibt sich mit Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Orgel auf musikalische Weltreise.

"Egal ob Barock, Renaissance, Jazz oder Moderne, die Musiker bestechen mit Blechblaskunst auf höchstem Niveau", bestätigt dem Bläserensemble kein geringerer als Zubin Meta, ehemaliger Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Ralf Scholtes und Frank Bloedhorn, Trompete, Stefan Böhning, Horn, Sven Strunkeit, Posaune, und David Polkinhorn, Tuba, wollen ihre Klasse mit einem abwechslungsreichen Programm zeigen, das landestypische Musik in unterschiedlichen Stilen zu Gehör bringt.

Den feierlichen Programmauftakt bildet "Frankreich", mit einem "Marsch über ein Thema von Händel" für Bläser und Orgel aus der Feder von Alexandre Guilmant. Im Dialog zwischen Orgelpositiv und Bläserquintett erklingen anschließend drei bekannte Stücke aus dem "Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach", zunächst im Original, dann in der launigen Interpretation des kanadischen Komponisten Christopher Dedrick für Blechbläser.

Deutschland wird durch den Jubilar Georg Friedrich Händel festlich repräsentiert. Es erklingt eine Bearbeitung des Orgelkonzerts in B-Dur für Blechbläser und Orgel. Im weiteren Verlauf der Reise, die über Spanien (Spanische Renaissance), Italien (Humoresque für Orgel) Ungarn, Russland, Japan, Südamerika (Vals Peruano) und USA (Gershwin in Brass) führt, wechseln sich Blechbläser und Orgel solistisch ab, um sich abschließend im bekannten Militärmarsch "Pomp and Circum-stance" Nr. 1 in D-Dur von Edward Elgar wieder zu vereinen. Frank Bloedhorn, Trompeter des Blechbläserensembles, wird die Zuhörer moderierend begleiten.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Piano Deininger und der Staufer-Buchhandlung sowie an der Kasse.

@ http://www.orgel-woche.de

Meisterkonzert auf Walcker-Orgel

Professor Stefan Johannes Bleicher spielt Orgelsonaten Mendelssohns
Mendelssohns Orgelsonaten interpretiert der Organist Stefan Johannes Bleicher am Sonntag bei den Göppinger Orgelwochen in der Marienkirche.

Göppingen Der renommierte Organist Professor Stefan Johannes Bleicher wird am Sonntag ab 17 Uhr die Sechs Orgelsonaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy an der historischen Walcker-Orgel in der katholischen Kirche Sankt Maria in Göppingen interpretieren. Mit Mendelssohns Orgelwerken ist der Organist der Stadtkirche in Winterthur bestens vertraut, hat er doch dessen Gesamtwerk auf CD eingespielt. Bleicher ist auch Professor für Orgelliteratur und Orgelimprovisation an der Musikhochschule Trossingen.

Zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy wird dem Orgelschaffen ein Konzert gewidmet. Mendelssohn kommt der Verdienst zu, ein zweites Zeitalter der Orgelmusik eingeläutet zu haben, und zwar als Komponist und Interpret gleichermaßen. Ähnlich wie Bach war er in erster Linie als Orgelvirtuose berühmt und verblüffte seine Zeitgenossen mit öffentlichen Improvisationen und seiner eminenten Pedaltechnik. Früh mit der Orgel in Berührung gekommen - als Elfjähriger schrieb er seine erste Orgelkompositionen - nutzte er jede Gelegenheit, auf seinen Reisen neue Instrumente kennenzulernen. Sein zentrales Werk für die Orgel stellen die Sechs Sonaten dar, die in kurzer Folge in den Jahren 1844/45 zunächst als Einzelstücke entstanden sind und von Mendelssohn anschließend zu sechs Zyklen zusammengestellt wurden.

Die Aufführung der sechs Orgelsonaten präsentiert das ganze Spektrum der romantischen Orgelkultur, wie sie Mendelssohn verkörpert hat. Professor Bleicher wird zu Beginn des Konzerts in die Werke einführen. Karten gibt es im Vorverkauf bei Piano Deininger und bei der Staufer-Buchhandlung sowie an der Abendkasse.

@ http://www.orgel-woche.de

Erscheinungsdatum: Freitag 09.10.2009

 

Orgelwochen: Händel in Birenbach

Birenbach  "Händel and more" ist das Programm des zweiten Konzertabends der 14. Göppinger Orgelwochen überschrieben. Am Sonntag ab 17 Uhr erklingen in der barocken Wallfahrtskirche in Birenbach Werke von Händel und weiteren Komponisten, die in Beziehung zu ihm stehen. Drei in der Region tätige Musiker verbinden sich hierfür zum Trio: die Sopranistin Pia Schäfer-Mayer, die Flötistin Agnes Gindele und der Rottenburger Organist Peter Lorenz.
 
Händel schuf in allen üblichen Gattungen der Barockzeit bleibende Werke. Dazu gehören auch die "Neun deutschen Arien", aus denen drei kontrastierende Arien zu hören sein werden.
 

Das Kantatenschaffen Dietrich Buxtehudes war für die Entwicklung Händels sicher prägend. Von ihm erklingen die Solokantate "Singet dem Herrn" und die Fuge C-Dur. Mit Henry Purcell ("An Evening Hymn") und Johann Sebastian Bach (Concerto C-Dur für Orgel) stehen weitere Zeitgenossen Händels auf dem Programm. Außerdem sind zeitgenössische Kompositionen des Belgiers Joseph Jongen zu hören, der wie Händel lange in England lebte und als großer Organist gilt.
 
Info Karten gibt es im Vorverkauf bei Piano Deininger und bei der Staufer-Buchhandlung sowie an der Abendkasse. Weitere Infos: http://www.orgel-woche.de

Große Namen und die Orgel
14. Göppinger Orgelwochen vom 26. September bis 18. Oktober

Mit Händel, Haydn und Mendelssohn prägen gleich drei große Komponistenjubiläen die Göppinger Orgelwochen vom 26. September bis 18. Oktober.

Sopranistin Jessica Eckhoff, hier bei einer Hommage an Barbara Streisand, wirkt in der Orgelnacht als Solistin mit.

Göppingen Händel, Haydn und Mendelssohn - alle drei Komponisten waren der Orgel verbunden, auch wenn das Instrument im Gesamtwerk der Komponisten eine eher untergeordnete Rolle spielt. Georg Friedrich Händel schrieb zahlreiche Orgelkonzerte mit Orchesterbegleitung, ebenso Haydn. Mendelssohn leistete mit seinen sechs Orgelsonaten einen gewichtigen Beitrag zur Orgelliteratur.

Auftaktveranstaltung ist wie in den vergangenen Jahren die Orgelnacht am Samstag, 26. September, ab 20 Uhr mit zwei Konzerten in St. Maria. Der erste Teil "Orgel und Dichtung" ist eine Inszenierung der Erzählung "Rose und Nachtigall" von Oscar Wilde mit Orgelimprovisationen, die von Heike Sauer und Hanna Münch mimisch umgesetzt wird. An der Orgel taucht der Konzertorganist Rainer Maria Rückschloss die Texte mit Improvisationen in passende Stimmungen.
Im zweiten Programmteil "Orgel und Stimmen der Romantik" werden Chor- und Orgelwerke von Mendelssohn erklingen. Krönender Abschluss wird die Hymne "Hör mein Bitten" für Solosopran, Chor und Orgel sein. Als Solistin wirkt die Sopranistin Jessica Eckhoff mit. Den Chorpart übernimmt ein Projektchor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele. Solistisch und begleitend wirkt an der Orgel Rainer Maria Rückschloß.

Einen kammermusikalischen Akzent bietet "Händel & more" am Sonntag, 4. Oktober, ab 17 Uhr in der Wallfahrtskirche in Birenbach. Der barocke Kirchenraum in Birenbach bietet den passenden stilistischen Rahmen für Händels filigrane Musik, unter anderem Händel-Arien für Sopran, Flöte und Orgel, interpretiert von der Sopranistin Pia Schäfer-Mayer, der Flötistin Agnes Gindele und dem Rottenburger Organisten Peter Lorenz.

In einem Meisterkonzert in der Marienkirche am Sonntag, 11. Oktober, ab 17 Uhr präsentiert Professor Stefan Johannes Bleicher die "Sechs Orgelsonaten" von Mendelssohn mit ihrer Vielfalt und Noblesse. Bleicher, ein Meister seines Fachs, hat eine viel beachtete Gesamteinspielung der Orgelwerke Mendelssohns veröffentlicht. Am Vortag des Konzerts wird er sein Orgelkönnen und -wissen in einem Improvisationskurs weitergeben.

Den Abschluss der Orgelwoche bildet ein Konzert für "Orgel und Bläserquintett" am Sonntag, 18. Oktober, ab 17 Uhr in St. Maria. mit dem Blechbläserquintett der Bayerischen Staatsoper, das mit Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele an der Orgel eine musikalische Weltreise unternehmen wird. So werden Werke von Händel, Guilmant, Bach, Farkas und Gerswhin zu hören sein.

Info

Detaillierte Infos zu den Konzerten sind der Internetseite http://www.orgel-woche.de sowie den Programmen zu entnehmen, die im i-Punkt, im Musikhaus Deininger, bei der Staufen-Buchhandlung sowie in den Kirchen ausliegen.

Erscheinungsdatum: Mittwoch 23.09.2009

Orgelnacht mit Poesie
Göppinger Orgelwochen werden morgen mit Doppelkonzert eröffnet

Zur Eröffnung der Göppinger Orgelwochen findet morgen in Sankt Maria ein Doppelkonzert statt. Zwischen den Konzerten "Orgel und Dichtung" sowie "Orgel und Stimmen der Romantik" gibt es Kulinarisches.

Göppingen - Die Veranstalter der Orgelnacht setzen weiterhin auf die Verbindung der Orgelmusik mit anderen Genres: In diesem Jahr steht im ersten Konzert neben der Musik die Dichtung im Vordergrund, im zweiten Konzert sind es die "Stimmen der Romantik" .

Zunächst einmal gehen die romantischen Stimmen der historischen Walcker-Orgel auf eine Märchenreise: "Die Nachtigall und die Rose" ist ein relativ unbekannter, aber bezaubernder literarischer Leckerbissen von Oscar Wilde. Die Wege eines jungen, verliebten Studenten und einer Nachtigall, die auf der Suche nach der wahren Liebe ist, kreuzen sich und münden in einem dramatischen Höhepunkt bei Mondschein. Das Märchen wurde exklusiv für die Orgelwoche im Raum der Marienkirche inszeniert. Die einfühlsame Orgelimprovisation von Konzertorganist Rainer Maria Rückschloß und die von den Schauspielerinnen Hanna Münch und Heike Sauer sensibel erzählte Geschichte, eingetaucht in stimmungsvollem Licht, fließen ineinander und sollen ein poetisches Ganzes ergeben.

Die beteiligten Künstler beschreiten mit diesem Konzert auch für sich Neuland. Heike Sauer, Trägerin des Sebastian-Blau-Preises für schwäbisches Kabarett und des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg, schlüpft dafür aus ihrer Kunstfigur "Marlies Blume" in die Märchenrolle.

Im zweiten Konzert, das um 21.15 Uhr beginnen wird, lässt Rainer Maria Rückschloß seinen Improvisationskünsten Literaturwerke folgen. Hier werden die romantischen Orgelregister mit stimmungsvollen Chorwerken der Romantik vereint, dargeboten von einem Projektchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Gindele.

Die Verbindung Chor und Orgel erfuhr im 19. Jahrhundert eine Blüte. Neben Felix Mendelssohn Bartholdys berückender Hymne "Hör mein Bitten", die den krönenden Abschluss des Konzerts darstellt, sind Werke unbekannterer Komponisten zu hören. Joseph Kromolicki wirkte in Berlin, ebenso wie der estnische Komponist Rudolf Tobias. Alle schufen hörenswerte, tiefgehende Werke. Die Chorwerke von Mendelssohn, Kromolicki und Stanford, der in England eine Größe war, kombinieren den Chorpart mit einer Solosopranstimme, die von Jessica Eckhoff übernommen wird.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Piano Deininger und in der Staufen-Buchhandlung sowie an der Abendkasse.

@ http://www.orgel-woche.de

***Die 13. Orgelwoche im Jahre 2008***

Orgelnacht :

NWZ, 24.9.2008

Laser hell statt erhellend

Drei Konzerte zum Auftakt der 13. Göppinger Orgelwochen

Mit einer Konzertnacht wurden in St. Maria die 13. Göppinger Orgelwochen eröffnet. Die Männerschola ergänzte das Spiel der drei Organisten.

ULRICH SCHLECHT

Göppingen Ein erfreulich großes und aufnahmebereites Publikum zeigte sich am Samstagabend bereit, sich den Anforderungen des dreigeteilten Konzertes zu stellen, mit dem erneut eine so genannte Orgelnacht die Göppinger Orgelwoche eröffnete. Bis auf kleinere Einschränkungen wurde ein vorzügliches Musikerlebnis geboten.

"Orgel-Highlights" hatte Ulrich Klemm aus Schorndorf seine Vortragsfolge betitelt, und er begann gleich mit einem "Schlager", nämlich Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll BWV 565. Den markanten Auftakt fast im Stakkato spielend, vermied er, dass die romantisch disponierte Walcker-Orgel seinen Bach allzu weich zeichnete. Mit der flüssig gespielten Fuge und ihren deutlichen Echostellen sowie der machtvollen Toccaten-Reprise wurde der Vortrag zur eindrucksvollen Demonstration der Bachschen Kunst, das Freie mit dem Strengen zu verknüpfen.
Vervollständigt wurde der erste Konzertteil durch eine eigene Komposition: eine Passacaglia über fremde Themen mit häufigen Halbtonreibungen, das fröhliche Vivace aus Bachs Triosonate BWV 530 sowie eine viersätzige Suite op. 43 von Flor Peeters, deren Klangbild sehr gut zur Orgel passte.
Die elfköpfige Männerschola Göppingen unter der Leitung von Thomas Gindele stand im Mittelpunkt des zweiten Teils. Nach einer Orgelimprovisation des kurzfristig eingesprungenen Bertram Geiger (Dürnau) ertönte, einheitlich in Diktion und Klang und mit wohlgestalteten Decrescendo-Abschlüssen, die Gregorianische Antiphon "Salve Regina".
Weniger überzeugen konnte die gleichnamige Missa von Jean Langlais, weil die zu aufdringliche Orgelbegleitung die Sänger in den Hintergrund drängte beziehungsweise zum Forcieren verleitete. Passend und schön meditativ wirkten hingegen die Improvisationen zwischen den sauber intonierten Strophen von Edvard Griegs "Ave maris stella".
Im dritten Teil stellte Georg Enderwitz aus Wangen im Allgäu mit dem Engländer Edward Elgar, dem Italiener Marco Enrico Bossi, dem Belgier Guy Weitz sowie den Franzosen Charles-Marie Widor und Alexandre Guilmant ein internationales Komponisten-Quintett vor, dessen Werke allesamt interessant waren und stilgerecht dargeboten wurden. Grellfarbenes Licht und Theaternebel sollten diese Musik untermalen, vermochten jedoch nichts Erhellendes beizusteuern, sondern lenkten eher ab und riefen - zu später Stunde - fast eine Diskothekenatmosphäre hervor.

Familienkonzert :

 

***Die 12. Orgelwoche im Jahre 2007***

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

***Die 11. Orgelwoche im Jahre 2006***

Vorberichte in der Neuen Württ. Zeitung, NWZ, Göppingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzertberichte in der Neuen Württ. Zeitung, NWZ, Göppingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

***Die Orgelwoche im Jahre 2005***

Vorberichte in der Neuen Württ. Zeitung, NWZ, Göppingen

ORGELWOCHE / Die Vielfalt eines Instruments soll demonstriert werden

Dieses Jahr mit barocker Orgel

Zum zehnten Male findet in diesem Jahr die Göppinger Orgelwoche statt. Sie ist eigentlich ein Orgelmonat, denn die fünf Konzerte werden während eines Zeitraums stattfinden, der bis Mitte Oktober dauert.

(MARGIT HAAS)

GÖPPINGEN ■ Zum zehnjährigen Bestehen der Göppinger Orgelwoche warten die Organisatoren mit einer Neuerung auf. Damit das Programm nicht so gedrängt ist, so Thomas Gindele, werden die fünf Konzerte nicht mehr innerhalb einer Woche stattfinden, sondern bis Mitte Oktober an den Wochenenden. Mit der Orgelwoche, die auf Initiative von Gindele vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, sollen Orgeln in ihrer Vielfalt und in ver­ schiedenen Räumen präsentiert werden. So gibt es in diesem Jahr erstmals ein Konzert in der Birenbacher Wallfahrtskirche. „Die Orgel ist sehr barock ausgelegt, ganz anders als die romantische Walcker-Orgel in Sankt Maria", stellt Gindele fest.

Die Orgelwoche, eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Göppinger Stadt- und der Marienkirche, beginnt traditionell mit einer Orgelnacht in der Stadtkirche. Klaus Rothaupt wird Werke von Johann Sebastian Bach und seiner Söhne spielen. Danach wird einer der renommiertesten internationalen Orgelkünstler, Professor Wolfgang Zerer aus Hamburg, in Sankt Maria auf der Walcker-Orgel in die Klangwelt der Orgelromantik mit Werken von Brahms, Bach und Reger einführen. Die Orgelwoche will das Instrument aber auch in der Kombination mit anderen Instrumenten vorstellen. In der Wallfahrtskirche in Birenbach werden Stefan Maaß (Trompete) und Thomas Gindele (Orgel) in „Barockem Festglanz" mit Werken von Bach, Schneider, Buxtehude und Händel konzertieren. „Zu Besuch bei Bach" ist das vierte Konzert in Sankt Maria. Rainer Maria Rückschloß spielt Orgelwerke Bachs aus seinen unterschiedlichen Schaffensperioden. Wolfgang Klein rezitiert dazu Berichte und Anekdoten aus Bachs Leben.

Den Abschluss der Orgelwoche bildet das Kinderkonzert - „nicht nur für Kinder", wie Gindele betont - mit dem „Karneval der Tiere". Das Werk von Camille Saint-Saens erklingt in einer Bearbeitung für die Orgel, die Thomas Specker spielt. Ergänzt wird die Musik durch eine szenenbezogene Bildpräsentation von Gabriele Rayner und Texten, vorgetragen von Thomas Gindele.

Während der Orgelwoche findet auch wieder der Organistentag statt. Thomas Gindele wird dabei neu erschienene Orgelliteratur vorstellen (Anmeldung unter (07161) 9 65 92 15).

■ INFO

Vorverkaufsstellen sind die Staufen-Buchhandlung und das Musikhaus Deininger in Göppingen. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben, außer beim Kinderkonzert, freien Eintritt.

Bericht in der NWZ am 20.09.2005 vom Eröffnungskonzert am 17. September 2005

KONZERT / Auftakt zur Göppinger Orgelwoche in der Stadtkirche

Des Vaters Sprache und eigene Idiome

Klaus Rothaupt interpretierte Werke von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen

Mit zwei „Konzerten im Stundentakt", die, Kompositionen der Bach-Familie vorbehalten, Klaus Rothaupt gestaltete, begann am Samstag in der Stadtkirche die 10. Göppinger Orgelwoche.

GÖPPINGEN ■ Die Orgelwoche sprengt in diesem Jahr den bisher gewohnten, die musikalischen Erlebnisse in ein achttägiges Geschehen komprimierenden Rahmen und dehnt die Veranstaltungsreihe auf rund einen Monat. Für das Eröffnungskonzert hatte Klaus Rothaupt ein besonders interessantes Programm ausgewählt, das den Werken des großen Johann Sebastian Bach solche seiner Söhne vergleichend gegenüberstellte. Vom Vater auf die Nachkommen Tradiertes war zu entdecken, doch auch neue Perspektiven Eröffnendes der eigene Wege gehenden Bach-Söhne. Eröffnet wurde der erste, Johann Sebastian Bach zugeordnete Abschnitt des zweiteiligen Konzerts mit der gewaltigen Toccata und Fuge F-Dur BWV 540, die Klaus Rothaupt mit meisterlichem Spiel klangvoll vorstellte, die monumentale Architektur wie deren strukturelle Komponenten mit Klarheit und Deutlichkeit aufzeigend. Diesem machtvollen Beginn ließ der Organist Intimeres folgen mit dreien der „Schübler-Choräle", die in „klas­sischer" Ouvertüren-Anordnung „schnell - langsam - schnell" ihr meditatives Zentrum in dem Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten" (BWV 647) hatten, das auch in seiner klanglichen Darstellung prononciert von den eher festlich-heite­ren „Rahmen"-Werken („Wo soll ich fliehen hin" BWV 646 und „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter" BWV 650) überlegt abgesetzt war. Mit der spielfreudig-melodiösen Triosonate Nr. 6 in G-Dur (BWV 530), von Rothaupt mit entsprechender organistischer Bravour vorgetragen, schloss der erste Teil.

Der zweite, beginnend mit Carl Philipp Emmanuel Bachs Sonata D-Dur (WQ 70/5), zeigte dann die Wege auf, welche die Bach-Söhne einschlugen, und verdeutlichte, wie diese, selbst wenn sie des Vaters For­mensprache übernahmen, ganz eigene Idiome entwickelten und diese mit ganz neuen, die Zeitläufe porträtierenden Ausdruckselementen akzentuierten. Zu hören war dies selbst in kleinsten Stücken wie den Fughetten von Johann Christoph Friedrich und Carl Philipp Emmanuel Bach, in gewichtigen auch wie Wilhelm Friedemanns Choralbearbeitung „Jesu, meine Freude", deren fast düstere Atmosphäre in einem seltsamen Gegensatz zum Textinhalt steht, oder in dessen leichtfüßig-virtuosen Fuge F-Dur, deren heitere Stimmung ihre Fortsetzung fand in Johann Christian Bachs aus recht heterogenen Teilen sich fügenden Fuge über B-A-C-H.

C. Ph. E. Bachs Sonata in B-Dur (WQ 70/2) beschloss diesen Konzertteil, in dem Klaus Rothaupt seine Stilgewandtheit und -sicherheit mit genauer Charakterisierung der einzelnen Werke eindrucksvoll unter Beweis stellte. Großer Beifall.

Konzert vom 24.9.2005 - Klangwelt der Orgelromantik, St. Maria - NWZ : 27.9.2005:

ORGELWOCHE / Wolfgang Zerer in der Marienkirche

Romantische Klangwelten

Mit einem von Wolfgang Zerer am Samstag auf der historischen Walcker-Orgel in St. Maria gestalteten Konzert fand die acht Tage zuvor begonnene 10. Göppinger Orgelwoche ihre beeindruckende Fortsetzung.

GÖPPINGEN ■ „Die Klangwelt der Orgelromantik" hatte der Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zum Gegenstand seines Konzerts erkoren. Um dieses Motto eindrucksvoll zu demonstrieren und zugleich die Klangmöglichkeiten des Instruments aufzuzeigen, hatte er hierfür Kompositionen von August Gottfried Ritter, Johannes Brahms, Max Reger und, gedacht als reizvoller Kontrast, von Johann Sebastian Bach ausgewählt.

Als ebenso formal vielschichtigen wie klanglich vielgestaltigen Einstieg hatte der Organist August Gottfried Ritters Sonate Nr. 3 in a-Moll op. 23 auf das Programm gesetzt, ein aus heterogenen kompositorischen Elementen sich fügendes, die unterschiedlichsten Stimmungen einfangendes Werk, das im musikalischen Gestus und mit vielfach gebrochenen marschartigen Rhythmen an den Krönungsmarsch aus Meyerbeers Oper „Der Prophet" erinnert. Der bedeutende Aufwand klanglicher Mittel, bald orchestral aufrauschend, bald instrumental zurückgenommen, wurde von Wolfgang Zerer innerhalb einer durchdachten, sich stetig steigernden Interpretation souverän disponiert.

In bewusstem Kontrast hierzu standen vier der Choralvorspiele op. 122 von Johannes Brahms („Mein Jesu", „Schmücke dich, o liebe Seele", „O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen" und „O Gott, du frommer Gott"). Deren kunstvolle Schlichtheit und expressive Herbheit wurden von Zerer durch ein unprätentiöses Spiel, das dazuhin bestimmt war durch rasche, mit unbeirrbarer Konsequenz verfolgte Tempi, noch besonders hervorgehoben.

Den zuletzt genannten Choral hatte fast 200 Jahre zuvor Johann Sebastian Bach als Ausgangsmaterial für seine Partite diverse BWV 767 genommen, die ihm Anlass und Gelegenheit gaben, verschiedene Textinhalte musikalisch ausdrucksstark in Szene zu setzen. Zerer nahm den nachmaligen Leipziger Thomaskantor genauestens beim Wort, indem er die einzelnen Abwandlungen überaus sensibel charakterisierte, ehe er mit Max Regers Introduktion und Passacaglia in f-Moll aus den „Monologen" op. 63 nachgerade triumphal mit höchster, doch nie nur nach äußerem Glanz schielender, sondern sich stets im Dienste einer überlegten Interpretation wissender Virtuosität beschloss.

Barocker Festglanz am 9. Oktober 2005, 17.00 Uhr in der Wallfahrtskirche Birenbach

Neue Württembergische Zeitung, NWZ, Göppingen :

ORGELWOCHE / Festglanz mit Orgel und Trompete in der Wallfahrtskirche Birenbach

Gelungene Synthese aus alt und neu

Eindrucksvoll demonstrierten Thomas Gindele und Stefan Maaß in der Wallfahrtskirche Birenbach, wie barocke und zeitgenössische Musik sich ergänzen können.

BRUNO EHREN

BIRENBACH ■ Thomas Gindele, Dekanats-Kirchenmusiker und renommierter Organist, gestaltete mit dem Göppinger Trompeter Stefan Maaß das dritte Konzert im Rahmen der Göppinger Orgelwoche.

Einleitend erklang eine Sonate in D-Dur für Trompete und Orgel von Telemann. Bereits im ersten Satz bezauberte die Trompete mit ihrem kraftvollen, strahlenden Ton. Die barocken Klänge fanden ihre Fortsetzung in dem von Thomas Gindele interpretierten Choralvorspiel „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" von Bach. Die Choralmelodie in reich verzierter Form beansprucht dabei für sich ein eigenes Orgelmanual, während sich die Begleitstimmen streng motivisch darstellen. Eine Herausforderung an die Spieltechnik und Interpretationskunst des Organisten, die Thomas Gindele meisterlich bewältigt.

Auf barocker Tradition fußend, wurde das Werk „Exclamatio" von Enjott Schneider aufgeführt. Es soll nach Schneiders Vorstellung den „Schrei" in seiner sich permanent steigernden Intensität vermitteln. Gleich zu Beginn ertönte die Trom pete mit einem fast fanfarenhaft kraftvollen „Schrei um Aufmerksamkeit", der sich zum „Wutschrei" wandelte, abgelöst wurde vom „Schrei nach Liebe" und sich schließlich zum „Kampfschrei" steigerte. Dies in ausgewogenem Wechsel- und Zusammenspiel umzusetzen, stellte an die Interpreten höchste Ansprüche, die sie bis ins Detail erfüllten. Mit der Passacaglia d-moll stellte Thomas Gindele eine von Dietrich Buxtehude geschaffene Kostbarkeit reiner Orgelmusik vor. Die Komposition ist schon von Brahms bewundert worden. Erneut kam die Trompete zu Wort und präsentierte zusammen mit der Orgel ein Werk von Petr Eben. Inspiriert von Thematik, Farbenreichtum und Lichteffekten der von Chagall gestalteten Fenster schuf der Komponist 1976/77 vier unter dem Titel „Okan" (Fenster) zu sammengefasste Stücke, aus denen „Das Goldene Fenster" dargeboten wurde. Ein teils von überraschenden Klangkombinationen geprägtes thematisches Wechselspiel der Instrumente ließ das bunte Spektrum aus Licht und Farbe der Fenster musikalisch Gestalt annehmen. Der konzertante Weg führte dann erneut zu Buxtehude, seinem umfangreichsten freien Orgelwerk, dem Präludium g-moll, BuxWv 149, wiederum präsentiert von Thomas Gindele. Er verstand es, die Fülle der gestalterischen Möglichkeiten der Birenbacher Barockorgel virtuos auszuschöpfen. Abschließender Glanzpunkt war das Konzert in B-Dur für Trompete und Orgel von Händel, in dem die Interpreten nochmals die ganze technische und gestalterische Breite ihres Könnens unter Beweis stellten.

Bericht hierzu im Schurwaldboten

Göppinger Orgelwoche füllt Birenbacher Wallfahrtskirche

 

Aus allen Nähten platzte die Birenbacher Wallfahrtskirche am vergangenen Sonntag als die Göppinger Orgelwoche Station mit ihrer Konzertreihe machte. Sämtliche Stühle mussten zusammengetragen werden um den über 200 Besuchern den notwendigen Platz in der Birenbacher Wallfahrtskirche zu bieten. Markus Göser und Werner Singer vom Organisationsteam zeigten sich angesichts dieses fulminanten Besucherzuspruchs begeistert.

 

Die beiden Göppinger Musiker Stefan Maaß (Trompete) und Thomas Gindele (Orgel) boten ein attraktives Programm mit Werken von Telemann, Bach, Schneider, Buxtehude, Eben und Händel.

 

Die barocke Tradition wurde mit zeitgenössischen Werken zu einer besonderen Synthese von Musik und Raum verbunden. Eingebettet in die einmalige Kulisse der Birenbacher Wallfahrtskirche zeigte sich das kompetente Publikum auch von der Akustik begeistert.

Bericht NWZ zum Konzert in St. Maria "Zu Besuch bei J.S.Bach" am 15. Oktober 2005

Zu Besuch bei J.S. Bach

GÖPPINGEN ■ Zu einem „Besuch bei J.S. Bach" luden im Rahmen der Göppinger Orgelwoche der Schauspieler Wolfgang Klein und der Organist Rainer Maria Rückschloß ein. Was etwas vollmundig als „spannende Zeitreise durch die Orgelmusik Bachs" angekündigt war, ent­puppte sich trotz einiger das 18. Jahrhundert beschwörender Requisiten wie Cembalo oder Notenständer als kursorischer Gang durch Bachs Biographie, der Privatesaussparte. Stattdessen wurden die Wirkungsstätten des Komponisten aufgezählt: Arnstadt, Mühlhausen, Weimar, Köthen und Leipzig, deren Benennung durch musikalische Beispiele illustriert wurde, wobei den instrumentalen Rahmen, aufgeteilt in Introduktion und Epilog, Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 532) bildeten. Im Mittelpunkt des infor­mativen Abends stand der Wettstreit zwischen Bach und dem französischen Orgelvirtuosen Louis Marchand. Da dieses instrumentale Duell nie stattgefunden hatte, wurde es in der Göppinger Marienkirche nachgeholt in der Gegenüberstellung von Kompositionen beider „Kontrahenten", hier fünf Teile aus Bachs Partita über den Choral „Ach, was soll ich Sünder machen" (BWV 770), dort fünf Strophen aus Marchands „Te Deum".

Dazu kamen als Beispiele für die jeweiligen Schaffensperioden etwa das Choralvorspiel „Allein Gott in der Höh sei Ehr" (BWV 715) oder der 3. Satz aus dem Concerto in a-Moll nach Vivaldi (BWV 593) zu Gehör, in denen Rainer Maria Rückschloß seine instrumentalen Fertig­keiten ebenso wie seine innige Vertrautheit mit der Musik Bachs überzeugend unter Beweis stellte, am eindrucksvollsten im „Rahmen-Programm" des Präludiums und Fuge in Es-Dur, während man sich in der Vivaldi-Bearbeitung einen lebhafteren Zugriff gewünscht hätte. Doch der Organist setzte wie sein Sprecher-Kollege Wolfgang Klein auf Klarheit und Deutlichkeit der Arti­kulation, die er durch virtuoses Gehabe nicht beeinträchtigen wollte.

***Die Orgelwoche im Jahre 2004***

Neue Württembergische Zeitung, NWZ, Göppingen :

 

 

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