Die Instrumente der Göppinger Orgelwoche

hier präsentieren sich die Orgeln der Göppinger Orgelwoche.

1. St. Maria Göppingen

Disposition der historischen Walcker - Orgel in St. Maria, Göppingen  

(erbaut 1851/52 als Opus 99 für die evang. Kirche in Köngen; restauriert und neu aufgestellt in St. Maria 1995/96):

I. Manual : Salicional 16’ - Principal 8’ - Viola di Gamba 8’ - Floete 8’ - Gedekt 8’ - Octav 4’ - Gemshorn 4´ - Traversfloete 4’ - Super-Octav 2’ - Mixtur 5f. 2 2/3’ - Trompete 8’

II. Manual : Principal 8’ - Salicional 8’ - Harmonica 8’ - Gedekt 8’ - Spitzflöte 4’ - Dolce 4’ - Flautino 2’ - Cornett 2-4f. 2’ - Bassethorn 8’

Pedal :  Principal 16’ - Violonbaß 16’ - Subbaß 16’ - Octavbaß 8’ - Violoncell 8’ - Posaune 16’

 

Koppeln: II. Manual zum I. Manual, I. Manual zum Pedal Mechanische Kegelladen, vier große Stöpselbälge hinter der Orgel. Neues Gehäuse von Bildhauer Franz Gutmann, Münstertal. Erbauer der Orgel: Eberhard Friedrich Walcker (1794-1872), Ludwigsburg Restaurierung: Richard Rensch Orgelbau GmbH, Lauffen/Neckar Orgelweihe in St. Maria: 23. Juni 1996 Einweihung des Registers Bassethorn: 28. April 2002

Die historische Walcker-Orgel in St. Maria Göppingen und ihre Geschichte wird hier detaillierter beschrieben.

Die Festschriften zur Neueinweihung der restaurierten Walcker-Orgel 1996 und zum Einbau des Bassethorns im Jahre 2002 erhalten Sie beim Kath. Pfarramt St. Maria, Marktstraße 35, 73033 Göppingen. Die umfangreichen Festschriften enthalten eine Fülle von Informationen zur restaurierten Orgel und der Konstruktionsweise der Kegelladenorgel im allgemeinen. Sie beschreibt außerdem die exakte Rekonstruktion in den Originalzustand. Die Orgelfestschriften enthalten darüberhinaus viele allgemeine und verständliche Hinweise zum Orgelbau in der Zeit der Romantik.

Direkt auf der Seite der Orgelbaufirma Rensch erfahren Sie näheres zur Orgel und zur Rekonstruktion des einzigartigen Bassethorn-Registers.

 

2. Wallfahrtskirche zur schmerzhaften Mutter Gottes in Birenbach

Orgel erbaut 1990 von OBM Martin Gegenbauer, Leutkirch  

Tremulant - Koppelmanual, HW/Ped, SW/Ped, 2 freie Kombinationen
Mechnische Traktur, elektrische Registratur

Orgelbauer Martin Gegenbauer zu seinem Werk:

Die schön gestaltete Kirche mit ihrer stattlichen Innenhöhe und der geräumigen Empore bieten die optimale Voraussetzungen zum Gelingen einer schönen und guten Orgel; einer Orgel, die meines Erachtens von der Gestaltung in den Raum passt, als wäre sie schon immer da gewesen. Selbstverständlich ist die Konzeption der Orgel sehr an altbewährte Orgelbautraditionen angelehnt. Im Oberteil der Orgel mit den schönen großen Zinnpfeifen sind das Hauptwerk und Pedalwerk untergebracht. Im schmäleren Unterteil sind das schwellbare Positiv, die Windanlage und die Spieleinrichtung eingebaut. Die Orgel besitzt 1450 Pfeifen. Sehr große und deshalb teure Pfeifen haben im Hauptwerk und Pedal Doppelfunktionen zu erfüllen, um dem Organisten viele Möglichkeiten der Klanggestaltung zu bieten. Das Gehäuse, 7 m hoch, 3,6 m breit und 1,2 m tief, ist aus massivem Kiefernholz geschaffen. Es ist in Rahmen und Füllungen mit Zapfenverbindungen gearbeitet und beinhaltet das gesamte Pfeifenwerk mit möglichst kurzen Windführungen von den 3 Schleifladen zu den Pfeifen. Die Spieltraktur ist rein mechanisch und führt über den kürzesten Weg von den Tasten, mittels Holzgestänge (Zugruten) und Holzwellen, zu den Ventilen. Die Ansteuerung der Register wurde auf besonderen Wunsch der Gemeinde mit zeitentsprechender Elektrik und Elektronik ausgeführt und ermöglicht eine leichtere Handhabung beim Umregistrieren. Das sehr schmucke Aussehen der Orgel entstand durch die Zusammenarbeit von Holzbildhauer Herrn Konrad in Reichholzried und Konservator Herrn Roth in Ausnang. Für die Intonation zeichnete OBM Günther Riegner mitverantwortlich.

D i s p o s i t i o n
Hauptwerk
Schwellwerk
Pedal
Prästant 8´
Holz-Gedackt 8´
Subbaß 16´
Rohrgedackt 8´
Salicional 8´
Oktavbaß 8’
Oktav 4´
Principal 4´
Coppel 8´
Spitzflöte 4´
Rohrflöte 4´
Choralbaß 4´
Doublett 2´
Nazard 2 2/3´
Fagott 16´
Mixtur 4f. 1 1/3´
Flageolett 2´
Trompete donata 8´
Grand Cornett 5f. ab c´
Terz 1 3/5´
Trompete 8´
Larigot 1 1/3´
Cymbel 2/3´
Cromorne 8’
Die Kirche und die Orgel der Wallfahrtskirche in Birenbach im Bild sehen Sie hier.

3. Katholische St. Martinus-Kirche, Donzdorf

Disposition der neuen Kern-Orgel in Donzdorf, St. Martinus (2011)
31 Register verteilt auf zwei Manuale und Pedal

D i s p o s i t i o n

I. Manual
Hauptwerk
Grand Orgue
58 Töne, C – a’’’

II. Manual
Schwellwerk
Récit,
58 Töne C – a’’’ Pedal
Pedale
32 Töne C – f’
1. Bourdon 16’ 1. Montre 8’ 1. Sousbasse 16’
2. Montre 8’ 2. Flûte traversière 8’ 2. Principalbasse 8’
3. Gambe 8’ 3. Bourdon 8’ 3. Bourdon 8’
4. Bourdon 8’ 4. Salicional 8’ 4. Flûte 4’
5. Prestant 4’ 5. Prestant 4’ 5. Bombarde 16’
6. Flûte douce 4’ 6. Flûte à cheminée 4’ 6. Trompette 8’
7. Nazard 2 2/3’ 7. Nazard 2 2/3’
8. Doublette 2’ 8. Flûte 2’
9. Sifflet 1’ 9. Tierce 1 3 / 5’
10. Plein jeu IV 10. Larigot 1 1/3’
11. Cornet V 11. Fourniture 2’ III
12. Trompette 8’ 12. Cromorne 8’
Tremblant 13. Basson – Hautbois 8’
Tremblant
Normalkoppeln : II/I I/P, II/P
Zusatzkoppeln : II/I 16’ II/I 16’ II/P 4’

Die Koppeln sind nicht durchkoppelnd gebaut.
Mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur mit Setzerkombinationen
.
Weitere Bilder aus der Zeit des Aufbaus der neuen Orgel hier... (Quelle : St. Martinus, Donzdorf)

 

4. Katholische Kirche Rechberghausen (bisher ein Konzert)

Kath. Kirche „MARIA HIMMELFAHRT“ Disposition der Späth-Orgel, opus 235 (erbaut 1914)
18 klingende Register (2 Transmissionen), pneumatische Taschenladen

Disposition :

I. Manual (Hauptwerk) – Tastenumfang C – f’’’

1. Principal 8’
2. Flöte travers 8’
3. Salicional 8’
4. Oktave 4’

II. Manual (Schwellwerk) – Tastenumfang C – f’’’

5. Bourdon 16’
6. Principal 8’
7. Gamba 8’
8. Konzertflöte 8’
9. Aeoline 8’
10. Vox celestis 8’
11. Gedeckt 8’
12. Trompete 8’
13. Flût octaviant 8’
14. Geigenprincipal 4’
15. Quinte 2 2/3’
16. Mixtur 2-3f. 4’ (C 2’ 1 3/5’ – c° 4’, 2’, 1 3/5’)

Pedal – Tastenumfang C – d’

17. Principalbaß 16’
18. Subbaß 16’
19. Solobaß 16’ Transmission aus Nr. 5
20. Flötbaß 8’ Transmission aus Nr. 8

Koppeln: II/I, I/ Ped. , Il /Ped., SubII/I, SuperII/I. Feste Kombinationen: Piano, Mezzoforte, Porte, Tutti und Auslöser Registercrescendo mittels Handhebel und Fußtritt Transponieranzeiger D.R.P. Nr. 161 346, Schweizerisches P. Nr. 13764 (Hiermit kann 2 Halbtöne aufwärts sowie 4 Halbtöne abwärts transponiert werden)

 

5. Christkönig Göppingen (insbesondere für Kinderkonzerte)

Erbaut 1986 von Orgelbau Kurt Oesterle als Opus 108 (Einweihung: 7. Dezember 1986).
Koppelmanual I, II/P, III/P

Elektrische Registertraktur, 16 fache elektronische Setzerkombination, Mechanische Spieltraktur.

Disposition - Christkönig, Göppingen - Oesterle Orgel

Hauptwerk (II. Man.)
Schwellwerk (III. Man.)
Pedal
Bourdon 16’
Gedeckt 8’
Subbass 16’
Prinzipal 8’
Viola 8’
Oktavbass 8’
Rohrflöte 8’
Prinzipal 4’
Gemsbaß 8’
Oktave 4’
Koppelflöte 4’
Choralbaß 4’
Spitzflöte 4’
Prinzipal 2’
Hintersatz 4-fach
Nasat 2 2/3’
Larigot 1 1/3’
Posaune 16’
Hohlpfeife 2’
Sesquialtera 2 2/3’ 2-fach
Holztrompete 8’
Mixtur 1 1/3’ 4-5 fach
Oktävlein 1’ (Auszug)
Clairon 4’
Cornett 4-fach
Zimbel 1’ 4-fach
Trompete 8’
Schalmey 8’
Dulician 16’
Tremulant
Tremulant

 

 

6. Vowles-Wiedenmann-Orgel II/30 (1875/2011 - beteiligt ab 2012)

 

Die „neue“ Orgel in Eislingen, Liebfrauen, wurde ursprünglich 1875 für die Baptistengemeinde der Bristol-Road-Church in Weston-Super-Mare von Orgelbauer William Gibbons Vowles (1826 – 1912) mit 18 Registern erbaut. Vowles hatte seinen Firmensitz in Bristol. Dort bestand die Firma von 1856 bis ca.1950 von wo aus sie weitgehend lokal im Westen von England tätig war. Bereits 1886 wurde das Instrument durch die Erbauerfirma von der Empore an die Nordwand der Kirche versetzt und gereinigt. 1957 erfolgt ein Registertausch im Schwellwerk. Hierbei wurde die Vox humana durch eine Vox coelestis ersetzt. Außerdem wurde der Schwelltritt getauscht. Diese Arbeiten erledigte Orgelbauer George Day. Weitere Wartungen sind durch George Osmond, Taunton, an der Orgel vorgenommen worden, bis die Orgel durch ein elektronisches Instrument ersetzt wurde, jedoch am Standort erhalten blieb. 1980/81 wurde dann die E-Orgel wieder verkauft und mit dem Erlös die Reparatur der „alten“ Pfeifenorgel bezahlt. Unter anderem sind dabei Pfeifen ersetzt worden, die zur Aufstellung der Lautsprecher der E-Orgel im Orgelgehäuse entfernt wurden, außerdem wurde ein neues Radialpedal eingebaut und der Schwelltritt in die Mitte versetzt.

Im Jahr 2009 stand die Orgel schließlich zum Verkauf, da aufgrund von Renovierungen und Modernisierungen der Kirche, sowie der Neuausrichtung auf Gospel-Lieder im Gemeindegottesdienst, das Instrument nicht mehr gebraucht und zu Gunsten der Finanzierung der Renovation verkauft wurde. Über die Firma Ladach Instrumente, Wuppertal, erwarb die Liebfrauengemeinde die Orgel im Frühjahr 2010 und Orgelbauer Wiedenmann, Oberessendorf, wurde mit der Überführung, Restaurierung und Erweiterung der Orgel betraut. Die historische Vowels-Orgel ist für die 1958 entstandene Liebfrauenkirche, das erste adäquate Instrument. Davor stand 50 Jahre eine 9 registrige Orgel von Köberle in der großen Kirche als Provisorium. Neben der Instandsetzung und Restaurierung der historischen Teile wurde die Vowles-Orgel durch den Anbau eines Auxiliaire-Werkes klanglich erweitert, das beliebig an die vorhandenen zwei Manuale und das Pedal angekoppelt werden kann. Dies geschieht über elektrische Kontakte, die an die Ventilabzüge der vorhandenen Windladen angebracht wurden. Dies ist der einzige Eingriff in die historische Substanz der Orgel. Ansonsten wurde das Werk von 1875 belassen und wie vorgefunden aufwändig restauriert. Die Disposition der mechanischen Originalorgel wurde beibehalten, nur die bereits 1957 eingesetzte Vox coelestis wurde ins Auxiliaire integriert und dafür ein Gedeckt im Schwellwerk eingesetzt. Das Auxiliaire erhielt 10 Register wobei die Trumpet, auf einer eignen Multiplexlade stehend, durch Auszüge auch in 16’, 8’ und 4’ Lage spielbar ist und unabhängig von den anderen Registern des Auxiliaire an Manuale und Pedal koppelbar ist. Dadurch verfügt man effektiv über 12 zusätzliche Register und das Orgelwerk besitzt insgesamt 30 Register. Die Registriermöglichkeiten sind durch die flexible Handhabung des Auxiliaires aber ungleich höher. Das Auxilaire wurde neben neuen Registern vornehmlich mit historischen englischen Registern bestückt, um ein einheitliches Klangbild zu erhalten. Die Zusammensetzung der Mixtur orientiert sich ebenfalls an englischen Vorbildern, genau wie die Trumpet in englischer Bauweise mit Stürzen ausgeführt wurde.

(Aus: Kirchemmusikalische Mitteilung Nr.131, Amt für Kirchenmusik, Rottenburg-Stuttgart)

Disposition der Orgel

Quelle : Website Liebfrauen

7. Marienkirche Süßen (ab 2015)

Disposition der Mühleisen-Orgel in der neuen Marienkirche in Süssen
29 Registern (davon 4 Auszüge)

 

Hauptwerk - I. Manual
Schwellwerk - II. Manual
Pedal
11 Bourdon 16’ 27 Hohlflöte 8’ 1 Violon 16’ (alt)
12 Principal 8’ 28 Gedeckt 8’ 2 Subass 16’
13 Flauto traverso 8’ 29 Salicional 8’ 3 Octavbass 8’
14 Bourdon 8’ 30 Schwebung 8’ (alt) 4 Cello 8’ (Auszug)
15 Gambe 8’ 31 Fugara 4’ 5 Flötbass 8’ (Auszug)
16 Octave 4’ 32 Traversflöte 4’ 6 Octave 4’ (Auszug)
17 Rohrflöte 4’ 33 Principal 2’ (Auszug Mixtur) 7 Posaune 16’ (alt)
18 Quinte 2 2/3’ 34 Mixtur 2’  
19 Oktave 2’ 35 Oboe 8’ 8 I/P
20 Terz 1 3/5’ 36 Trompette harmonique 8’ 9 II/P
21 Mixtur 1 1/3’ 10 II/P 4’    
22 Trompete 8’ 37 II/II 16’  
  38 II/II 4’  
23 Tremulant    
     
24 II/I    
25 II/I 16’    
26 II/I 4’    

Anmerkung: Die Nummerierung entspricht den Angaben auf den Registerschildern.
Spieltraktur mechanisch, Registertraktur elektrisch mit Setzeranlage

8. Stadtkirche Göppingen (bis 2005)

Die Orgeln der Stadtkirche Göppingen - Von Helmut Völkl

Rechtzeitig zur Einweihung der neuen Stadtkirche am 11.November 1619 konnte dank freiwilliger Spenden der Göppinger Bürger eine Orgel angeschafft werden. Johannes Schäffer aus Heilbronn erbaute das Instrument zweimanualig mit 15 Registern, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal.. Sie war damit eine der größten Orgeln des näheren Umkreises; die umliegenden Dörfer erhielten ihre Orgeln zumeist erst im Laufe des 18.Jahrhunderts. Allein die Oberhofenkirche besaß seit mindestens 1514 eine Orgel. Die Disposition dieser ersten Stadtkirchenorgel ist nicht bekannt; man weiß nur von einem Register „Regal“ in einem der Manuale und von einer Posaune im Pedal.

Nachdem sich das Instrument nach vielmaliger, kostenaufwändiger Reparatur in schlechtem Stand befindet, erhält die Stadtkirche ihre zweite Orgel durch Nicolaus Franciscus Lamprecht aus Cannstatt mit 16 Registern, aber nur einem Manual und pedal um 800 fl.

Die Disposition war: Manual Untersatz 16´ - Principal 8´ - Grob Gedackt oder Copul 8´ - Quintatin 8´- Spizflöth 4´ - Rohrflöt 4´ - Oktav 4´ - Quint 3´ - Super Octav 2´ - Mixtur 4f. 2´ - Zimbel 2f. 1´ - Pedal Subbaß 16´ - Principal 8´ - Octav 4´ - Super Octav 2´ - Mixtur 4f.2´

Die alte Orgel wurde an die Oberhofenkirche abgegeben.

1737 werden die drei Orgeln Göppingens (Stadtkirche, Oberhofenkirche, Lateinschule) von Hof- und Landorgelmacher Georg Heinrich Knauss aus Stuttgart um 150 fl. Gründlich renoviert. 1772 machen die Orgelbauer hagemann, Tübingen und David Späth, Faurndau unabhängig voneinander einen Überschlag über die Reparatur und Verbesserung der Stadtkirchenorgel.. Beide veranschlagen die Kosten auf 1000 fl. Der Auftrag ergeht an Späth, da er nur wenig entfernt von Göppingen seine Werkstatt habe und somit der Fuhrlohn eine Ersparnis bedeute. Die Orgel hat nun 18 Register, 12 im Manual und 6 im Pedal. Dazu wird sie vergoldet, vor allem das Laubwerk über den Pfeifen, die laufenden Stäbe an den Füllungen und die beiden sehr großen Flügel. Die Füllungen werden marmoriert gestrichen und fünf Bilder angebracht.

1782 zerstört ein Stadtbrand Göppingen zum großen Teil.

1789/90 stellt Albrecht Weinmann die Orgel um 153 fl. 20 kr. Wieder her. 1802 repariert Johann Andreas Goll aus Weilheim die Orgel um 224 fl. 1887 befindet sich die Orgel in sehr mangelhaftem Zustand. Ihr haftet ein „schwindsüchtiger Ton“ an.

Im Jahre 1899 erhält die Stadtkirche ihre dritte neue Orgel durch den Göppinger Orgelbaumeister Karl Schäfer um 14 800.-M. Sie umfasst 33 Register auf 2 Manualen und Pedal. Und arbeitet nach dem konservativen, aber haltbaren System der mechanischen Traktur mit Kegelladen. Baurat Dometsch aus Stuttgart entwirft das Gehäuse.

Sie enthält folgende Register:

Hauptwerk (C-f´´´): Bourdon 16´ - Prinzipal 8´ - Gedackt 8´ - Gemshorn 8´ - Gamba 8´ - Flöte 8´ - Salizional 8´ - Oktave 4´ - Kleingedeckt 4´ - Traversflöte 4´ - Mixtur 2f. 2 2/3´ (Vorabzug) - Mixtur 4f. 2 2/3´ - Trompete 8´ ;

Pedalwerk (C-f´): Prinzipalbaß 16´ - Violonbaß 16´ - Subbaß 16´ - Oktavbaß 8´ - Violoncello 8´ - Posaune 16´

Oberwerk (C-f´´´) Schwellabteilung Lieblich Gedackt 8´ --Viola 8´ - Aeoline 8´ - Vox coelestis 8´ (ab c ) - Flauto dolce 4´ - Clarinette 8´ Freie Abteilung Salicional 16´ - Geigenprinzipal 8´ - Wienerflöte 8´ - Fugara 4´ - Flautino 2´ - Harmonia etherea 3f. 4´

Koppeln II/I, I/P, II/P. - Feste Kombinationen p/mf/f

1912 erhält die Orgel ein elektrisches Gebläse. Damit werden die Bälgetreter (Calcanten) überflüssig. 1917 müssen 73 zinnerne Prospektpfeifen im Gewicht von 210 kg für Kriegszwecke abgeliefert werden und werden durch Zinkpfeifen ersetzt. Der Umbauvorschlag Dr.Walter Suppers, Esslingen von 1946 wird nicht ausgeführt.

1963 klagt Kantor Großmann über den Zustand seiner Orgel: „die Register sind nur noch zur Hälfte verwendbar, sodass das Werk einer Dorfkirchenorgel mittlerer Größe entspricht. Der Einbau einer Ölheizung in die Stadtkirche wirkt sich verheerend auf die bis dahin gut funktionierende Orgel aus. Zeitweilig erklingen nur noch 3 Register von 33.

Kantor Großmann nimmt mit Orgelbaumeister Oesterle Veränderungen im Klangut vor. 1971 wird die Orgel wegen der bevorstehenden Kirchenrenovierung abgebrochen und eingelagert. Es existieren keine Tonaufnahmen dieser Orgel. 1977 erfolgt die Ausschreibung durch den Orgelsachverständigen KMD Prof. Volker Lutz. 1978 wird der Auftrag an die Firma Richard Rensch, Lauffen a.Neckar erteilt. 1981 wird die neue Orgel mit 42 Registern fertiggestellt, auf verteilt auf drei Manuale und Pedal.

Diese vierte Orgel enthält wieder - damit schließt sich der Kreis- ein Rückpositiv wie die erste Orgel von 1619. Damit besitzt die Göppinger Stadtkirche endlich eine neue Orgel, die der ihr zukommenden Bedeutung als Dekanatskirche gerecht zu werden vermag.

Disposition der Rensch- Orgel in der evangelischen Stadtkirche, Göppingen

(erbaut 1981/renoviert 2002 ):

Hauptwerk (II)
Schwellwerk (III)
Rückpositiv (I)
Pedal
Pommer 16’ Flöte 8’ Gedeckt 8’ Prinzipal 16’
Prinzipal 8’ Salicional 8’ Quintade 8’ Subbaß 16’
Gemshorn 8’ Voix céleste 8’ Prinzipal 4’ Oktavbaß 8’
Gambe 8’ Prinzipal 4’ Rohrflöte 4’ Violon 8’
Oktave 4’ Blockflöte 4’ Prinzipal 2’ Choralbaß 4’
Koppelflöte 4’ Sesquialter 2f Terz 1 3/5’ Rohrpommer 4’
Quinte 2 2/3’ Feldflöte 2’ Spitzquinte 1 1/3’ Hintersatz 4f. 2 2/3’
Oktave 2’ Sifflöte 1’ Zimbel 4f. 2/3’ Posaune 16’
Mixtur 5f. 1 1/3’ Scharff 5f. 1’ Krummhorn 8’ Trompete 8’
Trompete 8’ Dulzian 16’ Tremulant Clarine 4’
Cornet 5f. ab a Oboe 8’    
Schalmei 4’      
Tremulant      

Mechanische Spieltraktur. Mechanische und elektrische Registertraktur mit Setzer. 5 Normalkoppeln als Registerzüge und Tritte. Hauptgehäuse der Orgel von Karl Schäfer (1899). Erbauer der Orgel: Richard Rensch Orgelbau GmbH, Lauffen/Neckar

 

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